Namjae Jeon hat einen neuen Kernel-Treiber für das Dateisystem NTFS vorgestellt. Im Gegensatz zum aktuellen NTFS3 soll NTFS plus schneller arbeiten. Interessanterweise basiert sein Treiber auf dem ursprünglichen NTFS-Kernel-Treiber.
Dieser Ur-NTFS-Treiber konnte ausschließlich lesend auf das Windows-Dateisystem zugreifen und wurde mittlerweile aus dem Kernel verbannt. Ersatz fanden Distributionen im Userspace-Treiber ntfs-3g, der immer noch vielfach Verwendung findet, aber ebenfalls in die Jahre gekommen ist. Schließlich spendete das Unternehmen Paragon seinen NTFS3-Treiber, der allerdings aus Sicht von Namjae Jeon nur noch stiefmütterlich behandelt wird.
Der Entwickler schnappte sich daher kurzerhand den ursprünglichen NTFS-Treiber und erweiterte ihn zu NTFS plus. Namjae Jeon griff auf den alten NTFS-Treiber zurück, da dieser über sehr sauberen und ausführlich kommentierten Code verfügte.
Anders als sein Vorfahr kann NTFS plus schreibend auf das Windows-Dateisystem zugreifen. Des Weiteren steht ein passendes und vollwertiges „fsck“-Kommando namens „fsck.ntfs“ bereit. Das basiert wiederum auf dem Tool „ntfsprogs“ aus dem ntfs-3g-Projekt. „fsck.ntfs“ kann vom Testwerkzeug xfstests eingespannt werden und auch ein defektes NTFS-Dateisystem reparieren.
Nach eigenen Messungen des Entwicklers arbeitet NTFS plus deutlich schneller als NTFS3. Das Hangeln durch das Dateisystem soll sogar bis zu 14 Prozent schneller erfolgen. Diese Geschwindigkeitssteigerung ergibt sich vor allem durch den Umstieg auf modernere Techniken. Für Kernel-Experten: Im Hintergrund nutzt NTFS plus Iomaps, zudem kommt Folio anstelle des vom ursprünglichen NFTS-Treiber verwendeten Buffer Head zum Einsatz. Noch nicht unterstützt NTFS plus Journaling. Dem möchte sich Namjae Jeon jedoch als Nächstes annehmen.





Das ist doch mal eine schöne Ankündigung, vor allem das halt auch direkt an die dazu passenden Userspace-Tools gedacht wurde. Denn gerade letzteres hat mir bei NTFS3 immer gefehlt.
Hoffentlich schafft es das bald in den Kernel.