
Abbildung 2: Von Programmierern und Hardware: Kernel-Hacker Ulrich Drepper bei seiner gut besuchten Keynote.
Auf dem Linuxtag 2009 tummelte sich in Berlin wieder alles, was im Open-Source-Bereich Rang und Namen hat. Die Messe entwickelt sich außerdem zum Mutterschiff für begleitende Veranstaltungen aus dem Open-Source-Bereich.
Zum dritten Mal diente das Messegelände unter dem Berliner Funkturm dem Linuxtag als Refugium – und nicht nur ihm. In den Dunstkreis der 15. Auflage mischte sich erstmalig neben der IT Profits auch die Fedora-Konferenz Fudcon. Ebenfalls am Rande: Der europäische Xen-Summit, der sich auch für das nächste Jahr nicht abgeneigt zeigt. In das Vorfeld des Linuxtags positionierte sich außerdem die Konferenz Berlin Open 09, die auf neue Medien und Gesellschaft ausgerichtet ist.
Basar
Wer vom 24. bis 27. Juni durch die linuxtäglichen Hallen schlenderte, fand in den dieses Jahr etwas breiteren Gängen weniger Gedränge vor, den Weg zu den diversen Vortragssälen aber wieder nur schwer. Im Gesumm von Besuchern, Projekten und Herstellern steckt die Chance, Entwickler persönlich zu treffen [1]. Zu sehen war aber auch, wie der deutsche Antivirenhersteller Avira Linux-Anwender als Zielgruppe entdeckt und mit der Anfälligkeit gemischter Umgebungen argumentiert.
Manche Unternehmen präsentieren auf dem Linuxtag neue Produkte, etwa der Bremer Linux-Distributor Univention. Er hat sein Angebot um einen Linux-Schulserver namens UCS@school erweitert. Und das Linux Professional Institute (LPI) feierte sein zehnjähriges Bestehen, während es das Treffen zu Arbeitstagungen und den gewohnten Prüfungen nutzte.
Texas Instruments gab sich exklusiv die Ehre und brachte sein Beagleboard [2] mit, ein Entwicklerboard, das sich mit Linux bestücken lässt (Abbildung 1). Jesus Ibanez Parra, Manager für Application Processors, fasste zusammen: “Für uns ist der Linuxtag das einzige Open-Source-Event in Europa, das wir als Aussteller besuchen, und es hat sich gelohnt.”
Schlüsselstellen
Am Gemeinschaftsstand vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), der Stadt München und der Bundesstelle für Informationstechnik (BIT) stellte die Bundesstelle ihr “Kompetenzzentrum Open Source” vor. Mit frischem Kapital aus dem Konjunkturpaket ausgestattet, soll es den Einsatz von Open Source in Behörden fördern, indem es zum Beispiel Wirtschaftlichkeitsberechnungen anstellt.
Die öffentliche Verwaltung ist ein Förderer von Open Source, Community-Projekte und -Entwickler übertreffen dieses Engagement aber bei Weitem, zum Beispiel der Glibc-Maintainer Ulrich Drepper. Jeder Programmierer müsse sich mit Parallelisierung und den Details moderner Prozessoren beschäftigen, forderte er in seiner Keynote (Abbildung 2). Die CPU-Hersteller vermittelten zwar den Eindruck, die Prozessoren würden stets schneller. Doch die meisten Programme liefen lediglich auf einem Prozessorkern, und hier sei kaum wachsende Performance erkennbar.

Abbildung 2: Von Programmierern und Hardware: Kernel-Hacker Ulrich Drepper bei seiner gut besuchten Keynote.
Das Eingemachte kam in Berlin ebenfalls nicht zu kurz. Beim so genannten “Kernel-Kwestioning” stellten sich elf Kernelentwickler dem Publikum. Ihr abschließender Appell lautete: “Bringt Eure Treiber in den Mainline-Kernel!” Denn selbst ein mangelhafter Treiber diene als Basis für weitere Entwicklungen.
|
Infos |
|---|
|
[1] Video “Das war der Linuxtag”: [https://www.linux-magazin.de/NEWS/Video-Das-war-der-Linuxtag-2009] [2] Beagleblog bei Linux-Magazin Online: [https://www.linux-magazin.de/Blogs/beagleblog] |






