Streit zwischen OBS-Projekt und Fedora um Flatpak-Paket eskaliert

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Fedora bietet in einem eigenen Flatpak-Repository ein defektes Paket der Videosoftware OBS Studio an. Das wiederum führte erst zu Diskussionen und schließlich der Androhung von rechtlichen Schritten.

Über das offene und etablierte Flathub-Repository bieten zahlreiche Open-Source-Projekte ihre Anwendungen als Flatpak-Paket an. Auch das Team hinter dem OBS Studio offeriert dort sein beliebtes Videostreamingwerkzeug in einem offiziellen Flatpak-Paket.

Das Fedora-Team bietet in seiner Distribution jedoch nicht dieses, sondern ein eigenes Flatpak-Paket an. Neben dem OBS Studio stecken die Fedora-Macher noch weitere Anwendungen selbst in Flatpak-Pakete und verteilen diese dann über ein eigenes Repository – und zwar bevorzugt gegenüber den entsprechenden offiziellen Paketen im Flathub-Repository. Allerdings scheinen einige dieser Pakete nicht zu funktionieren, darunter auch das Exemplar mit dem OBS Studio.

Bereits vor rund drei Wochen reichte der OBS-Entwickler Joel Bethke deshalb beim Fedora-Projekt eine Fehlermeldung (Issue) ein. In ihr wies er das Fedora-Team auf das defekte Paket hin, über das sich immer wieder Nutzer „Upstream“, also direkt beim OBS-Team beschwert hätten. Viele Anwender glaubten fälschlicherweise, dass es sich um das offizielle OBS-Paket handeln würde. Deshalb baten die OBS-Entwickler ihre Fedora-Kollegen darum, entweder das defekte Paket zu entfernen oder es deutlich als ein von Dritten erstelltes Paket zu kennzeichnen.

Des Weiteren hätte Joel Bethke vom Fedora-Team gerne gewusst, warum sie ein absolut perfekt arbeitendes Flatpak-Paket genommen, es dann kaputt gemacht und schließlich mit höherer Priorität als das offizielle Flatpak-Paket angeboten hätten. Schließlich würden die OBS-Entwickler ziemlich viel Arbeit in ihr eigenes offizielles Flatpak-Paket stecken.

Nachdem sich auch andere Entwicklerteams bei Fedora mit ähnlichen Problemen gemeldet hatten, entstand eine ziemlich lange und immer noch laufende Diskussion über die mangelhafte Qualität der Fedora-eigenen Flatpak-Pakete, ihre Unbeliebtheit und wie sich die Situation lösen ließe.

Den OBS-Entwicklern schien nach drei Wochen schließlich der Kragen geplatzt zu sein: Gestern veröffentlichte Joel Bethke eine formale Anfrage an das Fedora-Team, sämtliche Namen, Logos und sonstige Warenzeichen des OBS-Projekts aus der Distribution zu entfernen. Bis zum 21. Februar erwarte man eine Antwort, andernfalls würde man weitere rechtliche rechtliche Schritte einleiten. Das Flatpak-Paket von Fedora betrachte man ab sofort als feindlichen Fork.

Diese Anfrage setzt das Fedora-Team derzeit um. Zum einen erhielt ihr Flatpak-Paket einen „End of Life“-Hinweis, zum anderen hat man damit begonnen, das Paket zu entfernen.

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