O-Virt erreicht Version 3.4

Mit Hilfe der in Java verfassten und wesentlich von Red Hat forcierten Software O-Virt verwalten Admins über ein webbasiertes Interface ihre KVM-basierten virtuellen Maschinen. Mit Version 3.4 stehen Neuerungen und Verbesserungen ins Haus.

Hosted Engines sollen das Henne-Ei-Problem für den User lösen: Hierbei lässt der Admin die O-Virt-Engine selbst in einer virtuellen Maschine auf einem oder mehreren Hosts laufen, die O-Virt zugleich verwaltet. Fällt ein Host aus, läuft die Engine auf einem anderen weiter. Der verbesserte Gluster-Support soll es dem Admin über asynchrones Task-Management ermöglichen, Volumes besser auszubalancieren und Bricks zu entfernen.

Daneben gibt es Vorschaufunktionen: O-Virt bringt Engine- und VDSM-Unterstützung für PPC64 mit, wobei sich der Support für KVM auf IBMs Power-Prozessoren noch im Aufbau befindet. Zudem gibt es eine Vorschau auf das Hot-Plug-CPU-Feature, das es Admins zuverlässiger ermöglichen soll, die SLAs ihrer Kunden zu erfüllen. Sie können Ersatzhardware voll nutzen und die Systemhardware je nach Anforderung dynamisch vertikal und horizontal skalieren, ohne die VM neu starten zu müssen.

Unter “Other Enhancements” zählt die Ankündigung dann noch weitere Neuerungen auf. So gibt es “ovirt-guest-agent”-Pakete für Open Suse und Ubuntu. Gast-VMs lassen sich mit einem einzigen Kommando neu starten. Dank einer Ausweitung seiner Benachrichtigungsfähigkeit kann O-Virt aus System-Events SNMP-Traps erzeugen, was die Kombination mit externen Monitoring-Tools vereinfacht.

Auch im Netzwerkbereich hat sich einiges getan. Network-Labels abstrahieren die Netzwerke von ihren physikalischen Interfaces, es gibt eine nachvollziehbare Reihenfolge für die Vergabe virtueller NICs. Die Integration von Open Stack Neutron, einer NaaS-Komponente, ermöglicht es, deren Features zu verwenden, wozu IPAM, L3-Routing und Security Groups gehören. Eine Migration der Security Groups unterstützt O-Virt 3.4 noch nicht. Über “iproute2” kann der Admin sein bestehendes Netzwerk zentral verändern, wobei der Support auch noch nicht vollständig ist.

Nicht zuletzt gibt es Neuerungen im Speicherbereich: O-Virt unterstützt Multiple Storage Domains, kann also seine Festplatten in einem Datacenter auf verschiedene Storage Domains verteilen. Zugleich erlaubt es die Software nun, Festplatten im Read-only-Modus einzubinden. Zudem lassen sich angepasste Snapshots von Festplatten erstellen.

Herunterladen lässt sich die Software direkt im Quellcode, alternativ warten Pakete für Fedora, Centos, RHEL und Scientific Linux im Download-Bereich. Es gibt auch O-Virt-Support für Gentoo und Debian, allerdings gelten die entsprechenden Pakete noch als experimentell.

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