Weil Teamviewer einen Angriff durch russische Hacker nicht sofort an die Börse meldete, greift die Finanzaufsicht Bafin nun durch.
Die Finanzaufsicht Bafin hat eine Geldbuße in Höhe von 240.000 Euro gegen das deutsche Softwareunternehmen Teamviewer festgesetzt. Das gab die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht am 20. Juli 2026 bekannt. Teamviewer war Opfer eines Cyberangriffs geworden und hätte das unverzüglich als eine Ad-hoc-Mitteilung für die Öffentlichkeit transparent machen müssen, erklärte die Bafin.
Die Geldstrafe ist sehr niedrig festgelegt, sie hätte maximal 2,5 Millionen Euro oder bis zu zwei Prozent des Gesamtumsatzes betragen können. Ein Teamviewer-Sprecher sagte Golem: “Der Vorfall liegt mehr als zwei Jahre zurück. Wir nehmen die Einschätzung der Bafin zur Kenntnis. Im Sinne größtmöglicher Transparenz wurden alle relevanten Informationen unverzüglich über das Teamviewer Trust Center veröffentlicht, was dem im Technologiesektor üblichen Vorgehen für sicherheitsrelevante Meldungen entspricht.”
Zu dem Vorfall, auf den sich die Bafin-Geldbuße bezieht, kam es im Juni 2024. Angreifer war die Gruppe Midnight Blizzard (auch bekannt als APT29, Cozy Bear oder Nobelium), eine vom russischen Staat unterstützte Hackergruppe, die primär Regierungen, diplomatische Einrichtungen, NGOs, IT-Dienstleister und Forschungsinstitute in den USA und Europa angreift. Die Aktie fiel daraufhin auf ein Jahrestief.
“Es gelang uns jedoch, den Vorfall schnell zu erkennen, zu untersuchen und zu beheben”, hatte das Unternehmen erklärt. Man habe gemeinsam mit führenden Cybersicherheitsexperten von Microsoft eine Untersuchung durchgeführt. Laut den Angaben von Teamviewer war der Vorfall auf die interne Unternehmens-IT-Umgebung beschränkt und beeinträchtigte “weder unsere separate Produktumgebung noch die Konnektivitätsplattform oder Kundendaten”. Die Teamviewer Produkte “waren zu jedem Zeitpunkt sicher in der Anwendung”, hieß es im Jahr 2024.





