Die offizielle Linux-Distribution für den Raspberry Pi hört auf den Namen Raspbian. Dessen jetzt freigegebene neue Version 2017-08-16 nutzt Debian 9 „Stretch“ als Unterbau. Darüber hinaus haben die Entwickler einige Programme aktualisiert und an Bluetooth Audio geschraubt.
Raspbian 2017-08-16 enthält jetzt das Musikprogramm Sonic Pi in der Version 3.0.1, die einige Neuerungen im Bereich Input und Output mitbringt. Eine Liste mit allen Neuerungen findet sich in den entsprechenden Sonic Pi Release Notes.
Der Chromium-Browser meldet sich in Version 60, die etwas besser mit dem vorhandenen Hauptspeicher umgehen und zudem dank einiger Optimierungen schneller arbeiten soll.
Die letzte Raspbian-Version verwendete PulseAudio, um per Bluetooth angeliefertes Audio-Material wiederzugeben. Die Zusammenarbeit mit ALSA und anderen Audio-Quellen war jedoch nach Angaben der Entwickler etwas holprig („clumsy“). Raspbian 2017-08-16 verwendet deshalb „bluez-alsa“, das direkt mit ALSA zusammenarbeitet. In der Konsequenz wird PulseAudio standardmäßig nicht mehr eingerichtet, Anwender können es aber bei Bedarf nachinstallieren.
Änderungen gab es auch beim Umgang mit Benutzernamen: Zunächst setzen viele Programme nicht mehr voraus, dass der Standard-Benutzer des Systems „pi“ heißt. So meldet etwa die Funktion zum automatischen Login den aktuellen Nutzer an. Des Weiteren setzt „sudo“ ab sofort die Eingabe des Passworts voraus. Insbesondere Desktop-Anwendungen, die entsprechende Rechte benötigen, fragen zukünftig nach dem entsprechenden Passwort.
Der mit der letzten Raspbian-Version erstmals mitgelieferten Entwicklungsumgebung Scratch 2 haben die Entwickler eine Erweiterung spendiert. Diese ermöglicht den Zugriff auf das Sense HAT. Die Erweiterung funktioniert dabei sowohl mit dem realen Sense HAT als auch dem Sense HAT Emulator.
Abschließend haben die Entwickler eine Sicherheitslücke in der Firmware des WLAN-Chipsatzes BCM43xx gestopft. Der entsprechende Chip kommt sowohl beim Raspberry Pi 3 als auch beim Raspberry Pi Zero zum Einsatz. Die Sicherheitslücke erlaubt Angreifen, den Chip zu übernehmen und Code auf ihm auszuführen. Alle Neuerungen listet die offizielle Ankündigung auf.



