X11-Fassung von KWin wird mit Plasma 7 ausgemustert

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In der Desktop-Umgebung KDE Plasma arbeitet KWin wahlweise als Fenstermanager unter X11 als auch als Wayland-Compositor. Den X11- und Wayland-Code haben die Entwickler jetzt komplett separiert und damit das Ende der X11-Unterstützung in Plasma 7 vorangetrieben.

Der Quellcode der KWin-Variante mit X11-Unterstützung steckt ab sofort im Repository https://invent.kde.org/plasma/kwin-x11. Die Wayland-Fassung wiederum beherbergt das Repository https://invent.kde.org/plasma/kwin.

Die Namen sind dabei Absicht: Tatsächlich bezeichnen die Plasma-Entwickler den Wayland-Compositor nur als „kwin“ und empfehlen Distributionen, das Programm in ein entsprechend benanntes Paket zu stecken. Zur besseren und expliziten Unterscheidung hat sich in der Praxis jedoch die Bezeichnung „kwin_wayland“ etabliert – die übrigens auch das Plasma-Team an vielen Stellen selbst verwendet. Die KWin-Fassung für X11 firmiert hingegen offiziell als KWin/X11 oder kurz „kwin_x11“.

Auch nach der Code-Trennung lassen sich kwin_x11 und kwin_wayland gleichzeitig installieren. Distributionen können folglich frei wählen, ob sie nur kwin_wayland oder beide KWin-Fassungen ausliefern. Letzteres geschieht beispielsweise schon seit längerem unter openSUSE; Anwender können so einfach zwischen einer X11- und einer Wayland-Sitzung wechseln.

Die Tage von kwin_x11 sind allerdings gezählt: Bereits jetzt erhält der Fenstermanager für X11 keine neuen Funktionen mehr. Fehlerkorrekturen sollen zukünftig zuerst in kwin_wayland einfließen und dann auf kwin_x11 „zurückportiert“ werden. Pflegen will das KDE-Team kwin_x11 zudem nur noch bis zum Erscheinen von Plasma 7 – die Desktop-Umgebung würde dann nur noch Wayland unterstützen. Wann allerdings Plasma 7 erscheint und somit kwin_x11 ausgemustert wird, hat das KDE-Team noch nicht verraten. Orientiert man sich an den bisherigen Zeitabständen zwischen den großen Releases, könnte das noch einige Jahre dauern.

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1 Kommentar
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Uwe
5 Tage her

Ganz offen gesagt ist es mir als Nutzer eines Linux Desktops unter KDE völlig egal, was da unter der Haube läuft, vorausgesetzt – und das ist mir jetzt nicht egal – die verfügbaren Alternativen ihre Arbeit gleichwertig erfüllen. Das ist leider bei Wayland immer noch nicht der Fall. Das übliche Argument der “moderneren Technologie” mag der ästhetischen Erbauung der Entwickler dienen, hat für mich vor dem Bildschirm aber keinerlei Bedeutung. In diesem Sinne kann ich – Stand heute – eine Entscheidung gegen “kwin_x11” immer noch nicht nachvollziehen.

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