Da der Code nicht mit der GPLv2 kompatibel sei, hat Kernel-Entwickler Russell King die Gleitkommaemulation für ARMv4- und ARMv5-Prozessoren aus dem aktuellen Linux-Kernel entfernt. Damit können Nutzer die aktuelle Linux-Version nicht mehr sinnvoll auf ARM-Systemen einsetzen, denen eine Gleitkommaeinheit fehlt. Das soll vor allem für ARMv4- und ARMv5-Prozessoren von Qualcomm gelten. Durch die Entfernung des Emulationscodes können die betroffenen ARM-Prozessoren faktisch keine Userspace-Programme mehr ausführen.
Grund des Problems ist das „Nwfpe“-Modul, welches wiederum auf die „Softfloat“-Bibliothek zurückgreift. Dessen Autor hatte die Bibliothek zwar unter einer BSD-ähnlichen Lizenz freigegeben, aber sämtliche Haftung ausgeschlossen. Nach der Auffassung der Free Software Foundation (FSF) verletzt diese Einschränkung aber den Abschnitt 6 der GPLv2. Den Lizenzverstoß aufgedeckt hat das GPL-Violation-Projekt des Open Source Automation Development Lab (kurz OSADL), über das wiederum Russell King von dem Problem erfahren hat.
Fastpfe oder Nwpfe?
In seiner E-Mail auf der Linux-ARM-Kernel-Mailingliste schlägt Russell King vor, Nwfpe erst einmal durch eine wiederbelebte Fassung von Fastfpe zu ersetzen. Das ließe sich zwar recht einfach umsetzen, Fastfpe unterstützt jedoch nicht den GDB und Signal-Stack. Eine andere Möglichkeit bestünde darin, den Autor der Softfloat-Bibliothek zu einer Lizenzänderung seines Codes zu bewegen, was dieser jedoch offenbar bereits abgelehnt hat. Als ultimative Lösung bliebe dann nur, die Softfloat-Bibliothek neu zu implementieren.
Linus: Code behalten!
Mittlerweile hat sich auch Linus Torvalds zu diesem Problem geäußert. Nach Angaben von Russell King ist er gegen die Entfernung des Codes. Aus Linus Sicht seien die beiden Lizenzen miteinander kompatibel, egal was die FSF sage.



