Raspberry Pi OS wechselt komplett auf Wayland

In der aktuellen Version des Raspberry Pi OS kontrolliert der Wayland-Compositor Labwc die Bildschirmausgaben.

In der aktuellen Version des Raspberry Pi OS kontrolliert der Wayland-Compositor Labwc die Bildschirmausgaben. Darüber hinaus gab es Verbesserungen bei der Bedienung von Touchscreens sowie der Integration von Raspberry Pi Connect.

Mit dem neuen Raspberry Pi OS 2024-10-22 kommt erstmals Wayland flächendeckend auf allen Raspberry-Pi-Modellen zum Einsatz. Als Compositor im Hintergrund fungiert dabei Labwc.

Er ist bereits der dritte Compositor, den die Raspberry-Pi-Entwickler ausprobieren: Ab 2021 kam zunächst der Window-Manager Mutter zum Einsatz. Er unterstützte sowohl das alte X Window System als auch das neuere Wayland. Auf diese Weise konnte das Raspberry-Pi-Team die Wayland-Tauglichkeit testen. 2023 sprang der Wayland-Compositor Wayfire für Mutter ein. Er kam zudem standardmäßig auf dem Raspberry Pi 4 und 5 zum Einsatz.

Allerdings lief Wayfire trotz entsprechender Anpassungen nicht optimal auf älteren Raspberry-Pi-Modellen. Die Raspberry-Pi-OS-Entwickler schwenkten deshalb auf Labwc um, das nach ihren Angaben deutlich besser mit der Grafikhardware auf den Minicomputern harmonieren soll. Dank einiger Optimierungen arbeitet Labwc auch auf älteren Modellen genau so flott wie X11.

Bei einem Systemupdate können Besitzer eines Raspberry Pi 4 oder 5 wählen, ob sie bei Wayfire bleiben oder zu Labwc wechseln wollen. Umgekehrt können Anwender über das Konfigurationswerkzeug „raspi-config“ komplett zum X Window System zurückkehren.

Mit „raindrop“ steht schließlich noch ein neues Werkzeug zur Bildschirmkonfiguration bereit. Es ersetzt „arandr“, ist vollständig in C neu implementiert und unterstützt besser Labwc sowie Touchscreens.

Neben dem Umstieg auf Labwc erleichtert das Raspberry Pi OS 2024-10-22 die Bedienung auf Touchscreens. Unter anderem blendet der Desktop automatisch eine Bildschirmtastatur am unteren Rand ein, sobald eine Software die Eingabe von Texten ermöglicht. Sollte eine Anwendung nicht mit diesem Automatismus zusammenarbeiten, holt man die Bildschirmtastatur über das entsprechende Symbol in der rechten oberen Bildschirmecke hervor.

Mit Raspberry Pi Connect steht schon länger eine Remote Access Software bereit. Das neue Raspberry Pi OS integriert sie nun direkt in den Desktop. In der Taskbar zeigt ein entsprechendes Symbol an, dass Raspberry Pi Connect installiert und somit prinzipiell verfügbar ist. Wer Connect schon eingesetzt hat, muss hier umlernen: Früher stand das gleiche Symbol für ein im Hintergrund laufendes Connect. Ein Klick auf das Symbol öffnet ein Menü, über das sich das Tool starten und nutzen lässt. Auf Wunsch darf man Raspberry Pi Connect rückstandsfrei über die Softwareverwaltung deinstallieren.

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