Im Zuge der Cloud-Open-Konferenz und mit der Veröffentlichung der Version 0.01 fällt der Startschuss für die Entwicklung eines neuen Cloud-Betriebssystems: OSV.
Die Firma hinter OSV heißt Cloudius Systems, ihre Macher sind prominent: Zu ihnen gehören unter anderem die KVM-Entwickler Avi Kivity und Dor Laor von Qumranet. Ihr auf der Cloud-Open-Konferenz vorgestelltes Betriebssystem, dessen Kernel nicht aus einem abgespeckten Linux oder BSD besteht, verwendet die 3-Clause-BSD-Lizenz und nutzt Programmiersprachen, die in der Java Virtual Machine (JVM) laufen, etwa Clojure, Jruby, Javascript, Scala oder Rhino.
Doch auch ausgewählte und von den OSV-Entwicklern portierte C-Applikationen sollen auf dem System laufen, darunter Memcached, Redis, Nginx oder Mongo DB. Pro OSV-Instanz soll dabei, wie es ohnehin meist üblich ist, nur ein Application-Server oder Framework laufen, das können etwa Cassandra, Jboss oder Hadoop sein. Es soll nur einen Address Space geben, den sich die Applikation und der Kernel teilen.
Generell geht es darum, die Duplikation von Schutzmaßnahmen auf den verschiedenen Layern zu reduzieren. Läuft eine JVM, erkennt OSV das und übergibt die Verwaltung von Page Tables, Speicher, Scheduler und I/O an die JVM, was die Performance deutlich erhöht. JVM soll sich in den Kernel integrieren, spezialisierte Applikationen sollen den I/O-Stack komplett umgehen.
OSV läuft bisher auf KVM, Xen und in Amazons EC2, VMware-Support ist geplant. Es soll in der Cloud deutlich effizienter arbeiten als Linux: Es verwendet das ZFS-Dateisystem, vom Start weg Huge Pages und den TCP-Stack von Free BSD und lässt sich in weniger als einer Sekunde booten. Optimierungen sind eigentlich nicht nötig und falls doch, über eine zentrale Konfigurationsdatei zu erledigen. Mehr Informationen zur Technologie, die OSV einsetzt, bietet die Webseite an. Ein Image zum Testen im Qcow2-Format gibt es hier, die Ankündigung der Version 0.01 hier.




