Mozilla hat John Lilly, den bisherigen Chief Operating Officer (COO) zum Nachfolger von Firmenchefin Mitchell Baker ernannt.
John Lilly tritt den Posten als Chief Executive Officer (CEO) mit sofortiger Wirkung an. Mitchell Baker bleibt dem Unternehmen hinter dem freien Browser Firefox im Aufsichtsrat und als leitende Angestellte erhalten. In ihrem persönlichen Blog beschreibt Baker den Schritt als ihre Entscheidung. Sie meint, dass sie den Posten in der Vergangenheit gut ausgefüllt habe, nun aber John Lilly ihren Job in der Mozilla Corporation, kurz: MoCo, angeboten habe: “Mir ist klar geworden, dass John ein besserer CEO für MoCo sein wird als ich es sein würde.” Sie beschreibt diese Art der Stellenbesetzung als typisch für das Open-Source-Unternehmen: “Es ist sehr Mozilla-mäßig, den Geltungsbereich einer Rolle zu bestätigen, nachdem jemand die Aufgabe bereits seit einer Zeit erfüllt.” Lilly kam nach der Gründung der Mozilla Corporation im Jahr 2005 als Vizepräsident für Geschäftsentwicklung zu Mozilla, 2006 wurde er zum COO ernannt.
Lilly ist Absolvent der Stanford-Universität, hat in mehreren Internet-Unternehmen gearbeitet und das Software-Unternehmen Reactivity gegründet, das 2007 von Cisco gekauft wurde. Er kam zu dem Zeitpunkt zu Mozilla, als das Open-Source-Projekt Mozilla das Ablegerunternehmen Mozilla Corporation gründete, um mit dem freien Browser Geld zu verdienen. Während also Baker als langjährige Open-Source-Aktivistin vor allem die Interessen der Community vertrat, brachte Lilly das unternehmerische Denken mit. Am Open-Source-Kurs von Mozilla will Lilly in seiner neuen Führungsrolle nichts ändern. Das Unternehmen “MoCo” soll im Hintergrund die Fäden ziehen und die weitere Entwicklung des Open-Source-Projekts vorantreiben. Als konkrete Ziele in der ersten Zeit nennt er unter anderem die Fertigstellung von Firefox 3, mehr Öffentlichkeitsarbeit und die Unterstützung eines neuen Mozilla-Ablegerunternehmens rund um den Mail-Client Thunderbird. Gleichzeitig will er Mitchell Bakers Arbeit unterstützen. Baker nennt als persönliche Ziele ihrer künftigen Arbeit insbesondere die Entwicklung von Standards, bessere Interoperabilität und den durchdachten Umgang mit Daten im Internet.
Der freie Browser Mozilla mit dem Mail-Client Thunderbird und dem Browser Firefox sind Open-Source-Projekte der Non-Profit Organisation Mozilla. Das 2005 gegründete Unternehmen Mozilla Corporation mit aktuell rund 150 Angestellten soll die Projekte gewinnbringend vermarkten. Laut Unternehmensangaben nutzen derzeit rund 140 Millionen Anwender die freie Software; folgend einer Statistik des Monitoring-Unternehmens Xiti hatte Firefox 2007 in Europa einen Marktanteil von 28 Prozent, in Deutschland sogar rund 38 Prozent.



