Linuxtag 2007: Podium für KDE und Gnome

Matthias Ettrich (KDE) erwartet große Innovationen in den nächsten Jahren. Larry Ewing (Gnome) und Jono Bacon (Ubuntu) stimmen ihm zu. (v.l.n.r)

In einer hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion auf dem Linuxtag haben sich KDE, Gnome und Ubuntu-Entwickler optimistisch zum aktuellen Stand des Linux-Dektops und über dessen Zukunftsperspektiven ausgesprochen.

Matthias Ettrich von Trolltech, ein Gründer des KDE-Projektes, sagte: “Der Linux Desktop funktioniert heute sehr gut, jetzt ist es Zeit die Optik aufzubessern, Eyecandy, das verlangen die Benutzer von uns.”

Der Linux-Gemeinde stünden große Innovationssprünge bevor, weil sich die Orientierung von den kommerziellen Vorbildern löse und eigene Innovationen mehr und mehr Bedeutung erlangten, bestätigte Jono Bacon, Ubuntu-Community-Manager bei Canonical.

Matthias Ettrich (KDE) erwartet große Innovationen in den nächsten Jahren. Larry Ewing (Gnome) und Jono Bacon (Ubuntu) stimmen ihm zu. (v.l.n.r)

Matthias Ettrich (KDE) erwartet große Innovationen in den nächsten Jahren. Larry Ewing (Gnome) und Jono Bacon (Ubuntu) stimmen ihm zu. (v.l.n.r)

Tux-Erfinder und Gnome-Entwickler Larry Ewing von Novell verwies darauf, dass in den Bereichen Collaboration, mobile Geräten und Multimedia-Unterstützung noch Aufgaben anstehen, die mit proprietären Standards und rechtlichen Problemen zusammenhängen. DVD-Wiedergabe, Digital Rights Management sowie MPEG-basierende Audio- und Video-Codecs nannte er als Beispiele. “Diese Probleme sind komplex, aber durchaus lösbar”, sagte Larry Ewing.

Jono Bacon sieht die offenen Standards und damit auch die freien Desktop-Systeme auf dem Vormarsch: “Offene Standards sind wie die Luft die wir atmen, und die Industrie merkt das langsam.” Larry Ewing stimmte zu, mahnte aber zur Sorgfalt: “Offene Standards sind kein Allheilmittel: Es ist sehr einfach, schlechte freie Standards zu schreiben!” Seine Vision der zukünftigen Arbeitsweise auf dem Desktop lautet: “Wir werden uns von einer Upload-Situation zu einer Synchronisations-Kultur verändern. Wir werden in Zukunft unabhängig sein, aber zusammen arbeiten.”

Die Entwickler der beiden Desktops würden sich bei ihrer Arbeit immer mehr auf die technischen Plattformen unter den Anwendungen konzentrieren, so dass Gnome, KDE oder andere Programme zukünftig nur noch die Darstellungsebene übernehmen, sagte Matthias Ettrich. Als Beispiel dafür nannten die Teilnehmer die Multimedia-Platform Gstreamer oder die Softwarebibliothek D-Bus, mit deren Hilfe Programme verschiedener Desktop-Umgebungen heute schon miteinander kommunizieren können. Die wechselseitige Integration von QT, GTK und Java-Anwendungen in den verschiedenen Desktops sei in den aktuellen Versionen, bereits so ausgereift, dass die Entwickler sich auch hier auf gemeinsame Plattformen für Hardware, Groupware oder Datenspeicherung konzentrieren können.

E-Mail Benachrichtigung
Benachrichtige mich zu:
0 Kommentare
Älteste
Neuste Beste Bewertung
Inline Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen
Nach oben