Linux-Kernel 5.5-rc1: Der Neue ist auf dem Weg

Seit einiger Zeit gibt es Zoff zwischen Linus Torvalds und dem Entwickler von Bcachefs, Kent Overstreet.

Seit Sonntag steht der erste Release Candidate für Kernel 5.5 zum Download bereit und ist das Merge-Window geschlossen. Neu sind unter anderem Bibliotheks-Schnittstellen für die Wireguard-Aufnahme.

Lang hat es gedauert, ab Kernel 5.6 wird die VPN-Alternative Wireguard nun voraussichtlich fest im Linux-Kernel landen. Voraussetzung dafür war, dass Wireguard auch das Krypto-API des Linux-Kernel verwendet. Im Laufe des Merge Window für Kernel 5.5 hat Linus Torvalds nun unter anderem die Bibliotheks-Schnittstellen für Wireguard von Herbert Xu in seinen Kernel-Tree integriert. Kurze Zeit später hat David Miller Code für den Wireguard Secure Tunnel in seinen Netzwerk-Zweig (“net-next”) aufgenommen und dürfte ihn dann im Merge Window für Kernel 5.6 an den Kernel-Chef schicken.

Dateisysteme

Ext 4 erlaubt laut Ted Ts’o nun Direct I/O über “iomap” und kann “dioread-nolock” und eine Dateisystem-Verschlüsselung auch dann verwenden, wenn die Block-Größe kleiner ist als die Page-Größe. Btrfs erlaubt nun RAID1-Setups mit drei oder vier Kopien. RAID1C34 ist ein neues Blockgruppen-Profil. Btrfs-Entwickler Strba empfiehlt, es als Ersatz für das RAID6-Profil für Metadaten zu verwenden, um sich besser gegen Ausfälle von zwei Geräten zu wappnen.

Dank der neuen Version 4.2 von NFS kann ein NFS-Client nun Kopiervorgänge zwischen Servern anstoßen, ohne dass die Daten zwischen Client und Server hin und her wandern müssen.

Performance und Testing

Von Ingo Molnar kommen Updates an Perf: So können LSM (Linux Security Module) und SELinux den Zugriff auf den “perf”-Systemaufruf blockieren. Mit KUnit erhält der Kernel ein “leichtgewichtiges Framework für Unit-Tests und Mocking”, das sich allerdings nicht für Ende-zu-Ende-Tests eigne.

Zu den beigesteuerten RISC-V-Features gehören SECCOMP-, Nommu-, und M-Mode-Support. Zudem gibt der Kernel den von den CPU-Kernen unterstützten vollständigen RISC-V ISA-String an den Userspace weiter und behält nicht mehr Teile im Kernel zurück. Das Makefile liefert Support für die gängigen Kernel-Kompressionsformate “bzip2”, “lz4”, “lzma” und “lzo”.

Sound und Grafik

Für Alsa und ASoC kündigt Takashi Iwai in den Sound-Updates Änderungen an. Es gibt nun “Wake-on-Voice”-Support für Chromebooks sowie SPI-Support und Trigger-Wort-Detection für den RT5677-Audiotreiber. Hinzu kommen einige weitere Treiber für verschiedene Audiogeräte und Verbesserungen im HD-Audio-Bereich.

Auch im Grafikbereich erwarten Linux-Nutzer kleinere Änderungen. So unterstützt der AMD Kernel Fusion Treiber (AMDKFD) nun Navi 12, 14 und die Renoir APU und arbeiten die Entwickler weiter am Support für Arcturus. Erscheinen wird der fertige Kernel aber erst in ein paar Wochen, bis dahin lassen sich die Änderungen im Git-Tree von Linus Torvalds verfolgen.

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