70 Prozent Treiber, zirka 6 Prozent Firmware und Sound und viel Dateisystem-Updates. So beschreibt Linus die größten Änderungen im neuen Kernel 2.6.31 .
Der berühmteste Neuzugang im aktuellen Kernel 2.6.31 ist zweifellos USB 3.0. Hier spielt Linux eine Vorreiterrolle. Die Änderung, die den Entwicklern am meisten Kopfzerbrechen und Arbeit verursacht hat, ist laut Linus’ Announcement auf der Kernel-Mailingliste das neue Benachrichtigungsbackend “fsnotify”, welches die bisherigen Systeme “inotify” und “dnotify” ablöst.
Von Performance-Vorteilen dürften vor allem Rechner mit ATI-Grafikkarten und dem freien Treiber “radeonhd” profitieren. Hier bietet der neue Kernel jetzt Unterstützung für die Kernel Mode Settings (KMS) an, beim Intel-Treiber gab es ähnliche Änderungen, der KMS-Support ist dort aber schon älter.
Die übrigen Neuerungen beschränken sich in erster Linie auf zahlreiche Dateisystem-Updates und zusätzliche Treiber. Galt früher laut Linus die Daumenregel 50 % Treiber, 50 % Rest, habe sich dieses Verhältnis in letzter Zeit zu 70 % Treiber + 30 % Rest verschoben. Linus sieht hier direkte Auswirkungen des Staging-Zweiges.
Gute Nachricht für Fritz-Benutzer: Durch einige Neuerungen im Atheros-Treiber unterstützt der neue Kernel über das Modul ar9170 nun auch die USB-WLAN-Sticks von AVM mit der “USB-ID 0x057C:0x8401” beziehungsweise “0x057C:0x8402” Auch für den weit verbreiteten Rt2800-Chipsatz von Ralink (802.11n) bietet der Kernel nun mit rt2800usb einen Treiber an.
Eine weitere wichtige Änderungen für Desktop-Nutzer betrifft das Verhalten des Kernels unter Last. Durch eine Änderung am Speichermanagement soll die grafische Oberfläche bei Rechnern mit wenig RAM bis zu 50 Prozent flotter reagieren, generell dürften aber alle Desktop-Nutzer von der Änderung profitieren.
Torvalds schließt seine Mail mit einer Aufforderung an die Entwickler, den neuen Kernel zu testen: “Wie üblich bedeutet das, dass das Merge-Fenster für 2.6.32 nun offensteht. Aber bitte gebt mir einen Tag oder so, bevor ihr mich mit neuen Anforderungen bombardiert: Ich möchte auch die Entwickler dazu auffordern, zuerst das neue Release zu testen und nicht gleich mit der verrückten Flut an neuen Patches zu starten.”





