Das Linux-Kernel-Team hat sich darauf geeinigt, für einige rassistisch vorbelastete und ungenaue Begriffe aus der Kernelentwicklung künftig neutralere Vokabeln zu verwenden. Begründet wird die Änderung auch mit technischen Argumenten.
Linus Torvalds hat dazu die Coding-Style-Vorgaben in der Datei “coding-style.rst” aktualisiert. Dem Pull-Request voraus gegangen war eine längere Diskussion auf der Kernel-Mailingliste. Den Einsatz von Begriffen wie “Master” und “Slave” sollen Kernel-Entwickler künftig vermeiden. Dafür können sie verschiedene andere Begriffspaare verwenden, beispielsweise “Primary/Main” respektive “Secondary/Replica”. Für die Begriffe “Blacklist” und “Whitelist” gibt es die Substitute “Denylist” und “Allowlist”. Ausnahmen treten dann auf, wenn die neuen Begriffe das Userspace-API und -ABI stören oder wenn die Entwickler Code für im Jahr 2020 existierende Hardware aktualisieren oder wenn eine Protokollspezifikation diese Begriffe zwingend vorschreibt.
Diskussion und Hintergrund
Nicht aufgenommen hat Linus bislang die “inclusive-terminology.rst”-Datei, die eine Erklärung zu den oben genannten Änderungen liefert. Sie verweist auf die aktuellen Diskussionen rund um historische Namensgebungen mit rassistischer Konnotation. Ziel sei es nicht, die Geschichte zu reparieren oder ungeschehen zu machen, sondern Hindernisse bei der Kernelentwicklung für die globale Entwickler-Community zu beseitigen. Zu diesen gehören neben unnötigen Leerzeichen und ungewöhnlichen Begriffen auch nicht-inklusive Sprachkonstrukte. Die nämlich führen unter den Entwicklern zu Diskussionen um die Konnotation, was den Entwicklungsprozess behindere. Zugleich wollen die Kernel-Entwickler aber mit dem Schritt auch Lehren aus den Protesten von 2020 ziehen und zeigen, dass schwarze Stimmen auch in der Kernelentwickler-Community ein Gewicht haben.





Ich kann mir bildlichst vorstellen, wer da tatsächlich “Community” war/ist (absehbar jene, die an echtem kreativen Code am wenigsten beigetragen haben). Widerrede gegen die Bilderstürmer und selbstermächtigten Sprachverhunzer der “neuen Zeit” ist – das wissen inzwischen wohl die meisten älteren Beteiligten – nicht nur zwecklos, sondern gefährlich. Die “technischen Argumente” dürften wie üblich an den Haaren herbei gezogen sein. Ich kann mir auch gut vorstellen, was Linus Torvalds sich dazu denkt, ohne es zu sagen, nachdem er schon beim letzten mal fast sein Lebenswerk unterm Hintern (darf man das noch sagen?) weggezogen bekam, als er sein finnisches Schnoddermäulchen auf Weltverbesserer… Mehr »