Infrastrukturprobleme: Hilferuf der Open-Source-Projekte

Zahlreiche Open-Source-Projekte und die damit verbundenen Stiftungen schlagen in einem offenen Brief Alarm.

Zahlreiche Open-Source-Projekte und die damit verbundenen Stiftungen schlagen in einem offenen Brief Alarm: Finanzierung und Infrastruktur von den in den Projekten entwickelten teils kritischen Anwendungen stehen auf wackligen Beinen, kritisieren die Unterzeichner.    

In den letzten zwei Jahrzehnten habe sich bei Open Source die Art und Weise, wie Software entwickelt wird, revolutioniert. Jede moderne Anwendung brauche etwa öffentliche Paket-Registries. Darüber hinaus sei man auf wichtige Systeme für die Erstellung, das Testen, die Analyse, die Bereitstellung und den Vertrieb von Software angewiesen. Dazu gehören auch Content Delivery Networks (CDNs), die globale Reichweite und Leistung in großem Maßstab bieten, sowie gespendete (in der Regel Cloud-)Rechenleistung und Speicherplatz, um diese zu unterstützen.

Und genau daran mangle es, trotz ihrer Bedeutung arbeiteten die Projekte unter einer gefährlich fragilen Prämisse, heißt es im offenen Brief: Projekte würden oft auf eine Weise gewartet, betrieben und finanziert, die eher auf gutem Willen basiert als auf Mechanismen, die Verantwortung und Nutzung in Einklang bringen.

Und das passiere obwohl sie jeden Monat Milliarden (vielleicht sogar Billionen) von (größtenteils kommerziellen) Downloads bedienen. Die Finanzierung erfolge bei vielen dieser Dienste über eine kleine Gruppe von Wohltätern. Manchmal gebe es Unterstützung von kommerziellen Anbietern. In anderen Fällen werden sie von gemeinnützigen Stiftungen unterstützt, die auf Zuschüsse, Spenden und Sponsoring angewiesen seien.

Unabhängig vom Betriebsmodell bleibe das Muster dasselbe: Eine kleine Zahl von Organisationen trage den Großteil der Infrastrukturkosten, während die überwältigende Mehrheit der Großnutzer – darunter auch kommerzielle Unternehmen, die Nachfrage erzeugen und wirtschaftlichen Nutzen daraus ziehen – diese Dienste nutzt, ohne zu ihrer Nachhaltigkeit beizutragen.

Die Herausforderung bestehe darin, nachhaltige Finanzierungsmodelle zu schaffen, die sich an der Nutzung orientieren, anstatt sich auf informelle und inkonsistente Unterstützung zu verlassen.

Es sei an der Zeit, praktische und nachhaltige Ansätze zu verfolgen, die die Nutzung besser mit den Kosten in Einklang bringen. Es brauche kommerzielle und institutionelle Partnerschaften, die dazu beitragen, die Infrastruktur proportional zur Nutzung oder im Austausch für strategische Vorteile zu finanzieren. Auch seien gestaffelte Zugangsmodelle, die die Offenheit für die allgemeine und individuelle Nutzung aufrechterhalten und gleichzeitig skalierte Leistungs- oder Zuverlässigkeitsoptionen für Großverbraucher bieten.

Der offene Brief wurde unterzeichnet von der OpenJS Foundation, dem Alpha-Omega-Projekt (OpenSSF), der Eclipse Foundation (Open VSX), Sonatype (Maven Central), Packagist (Composer), der Python Software Foundation (PyPI), Ruby Central (RubyGems) und der Rust Foundation (crates.io).

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