Mit einem Vorschlag für ein Dateisystem mit neuer Rechteverwaltung sorgte der Programmierer Marc Perkel für Gesprächsstoff unter Kernel-Entwicklern.
Seine Idee zur Entwicklung von Dateisystemen hat Marc Perkel in der Linux Kernel Mailing List (lkml) vorgestellt. Er schlägt mehr oder minder vor, bisherigen Ansätze über Bord zu werfen und Dateisysteme noch einmal neu zu konzipieren. Perkel nimmt für seinen Vorschlag die Perspektive des Anwenders und nicht des Programmierers ein: Weg vom System von Besitzern und Gruppen hin zu einem komplexen Rechtemanagement, lautet sein Credo. Für ein möglichst feingliedriges Rechtesystem führt er ein Beispiel an: Ein Benutzer listet den Inhalt eines Verzeichnisses auf und kann nur die Dateien sehen, für die er jeweils unterschiedliche Rechte besitzt. Perkel sieht den Vorteil darin, dass es so nicht nur Root und User gibt, sondern diverse Zwischenstufen.
Einen vorprogrammierten Konflikt dieses Ansatzes sieht ein Listen-Mitglied in der Namensgebung für Dateien. Versuche ein Benutzer eine gleichnamige Datei zu erstellen, weil er nichts von deren Existenz weiß, gerate die gültige Benennung zur Lotterie. Genau solche Fälle seien der Grund dafür, warum Programmierer Dateisysteme entwickeln und nicht Anwender.
Ähnlich schätzt Kernel-Entwickler Michael Tharp den Vorschlag ein. Er hat besonders Sicherheitsprobleme im Blick. Ein Angreifer Schreibrechte auf einem “sticky”-Verzeichnis wie /tmp, könnte er durch ausdauerndes Ausprobieren versteckte Dateien anderer Benutzer finden. Tharp schlägt vor, statt einem Neuanfang die Vergabe von Gruppen- und Userrechten zu überarbeiten. Besonders bei den für die Teamarbeit wichtigen Gruppenrechten sieht Tharp nachholbedarf,
Diplomatisch trägt der israelische Kernel-Programmierer Yakov Lerner zur Diskussion bei, dass egal wie aus der Luft gegriffen der Vorschlag auch sei, die Türen für jegliche Art von Experimenten offen stünden.




