Mit dem Digitalomat kann der Wähler über ein Dutzend teils umständlich formulierter Fragen ermitteln, welche Partei ihm digitalpolitisch am nächsten steht.
Digitalpolitik ist noch immer ein Nischenthema. Mit dem Digitalomat will eine neue Initiative von Wikimedia Deutschland, Bündnis Freie Bildung, Chaos Computer Club, Digitale Gesellschaft, Freifunk, Free Software Foundation Europe, Open Knowledge Foundation Deutschland und Mozilla Deutschland, daran etwas ändern, tut sich aber mit der Form etwas schwer.
Über zwölf Fragen verteilt klappern die Organisationen dabei einen durchaus gerechtfertigten Katalog an Themen ab, mit denen sie sich auch sonst beschäftigen. Dazu zählen unter anderem der Umgang mit freiem Schulmaterial und die Frage, ob öffentlich finanzierte Software nicht auch freie Software sein sollte. Auch die Frage, wie weit staatliche Überwachung gehen darf, streift der Fragenkatalog. Damit weitet der Digitalomat quasi das Konzept des Wahlomat der Bundeszentrale für politische Bildung auf die Digitalpolitik aus. Im Idealfall weiß der Antwortende am Ende, welche der Parteien seine Überzeugungen zur Digitalpolitik am ehesten teilt.
Bei den Formulierungen der Fragen bewiesen die Macher allerdings ein weniger glückliches Händchen, viele sind zu lang und zu kompliziert. “Sollte ein dem Sacheigentum gleichgestelltes Eigentumsrecht an solchen faktischen Daten geschaffen werden, wie sie etwa aggregiert bei der Nutzung von vernetzten Kraftfahrzeugen anfallen?” lautet etwas Frage 12, das ginge auch einfacher. Berechtigte Idee also, die aber noch etwas praktischen Feinschliff in der Umsetzung vertragen könnte.



