Die ARM-Anwender unter den Debianern sollten momentan beim Kernel-Update Vorsicht walten lassen. Offenbar sorgt ein aktuelles Kernel-Update dafür, dass sich verschiedene ARM-Boards nicht mehr booten lassen.
Eine ausführliche Besprechung des Problem liefert dieser Bug Report. Dort berichtete ein Nutzer, dass sein Lamobo R1 Board, aber auch der Banana Pi 1 nach einem gewöhnlichen Upgrade über “apt upgrade” nicht mehr booten. Erst ein recht aufwändiger Recovery-Prozess auf einen älteren Kernel, brachte die Systeme wieder zum Laufen. Unter Verdacht steht als Störenfried der Kernel 4.9.144-1.
Andere Nutzer stimmten ein. Das Problem betrifft offenbar auch den Lemaker Banana Pi, Cubox i4 Pro, Cubox i4x4, Wandboard Quad, Odroid XU4, Odroid U3, Firefly RK3288 und den Cubietruck. Ob die Kernel die Large Physical Address Extension (LPAE) unterstützen oder nicht, scheint dabei keine Rolle zu spielen.
Noch ist nicht klar, was das Problem verursacht. Version 4.9.144-1 brachte allerlei neue Funktionen ein, darunter Code gegen die Spectre-Schwachstellen. Zumindest ein User testete, ob dieser Code an den Problemen Schuld sei, indem er ihn deaktivierte. Ergebnis: Offenbar nicht.
Vermutlich kein Upstream-Problem
Eine weitere Frage lautete, ob die Kernel-Entwickler selbst das Problem eingeschleppt haben oder ob es mit Debian-basierten Änderungen einher geht. Dagegen spricht, dass Kernel 4.9.144 laut dem Kernel-CI-Projekt auf verschiedenen ARM-Boards mit Allwinner-SoCs bootet. Der User, der das feststellte, merkte auch an, dass das Debian-Projekt die Rückkehr zu einem Backup-Kernel umständlich behandele: eine einfache Rückkehr zu einem vorherigen Kernel, wie ihn Ubuntu über das Grub-Menü bietet, fehle Debian.
Das Problem scheint im Projekt jedenfalls bekannt zu sein. Patches sind in Arbeit, und Anwender warten mit Upgrades ihrer ARM-Devices besser noch ein wenig, bis das Projekt die Schwachstelle repariert hat. Neuigkeiten in der Sache dürften im entsprechenden Bug Report auftauchen.




