Die neue CentOS-Stream-Version frischt im Wesentlichen die Software auf, steigt aber auch auf Wayland und Flatpak um. Sie bildet zudem zukünftig die Basis der Unternehmensdistribution RHEL 10 und erhält fünf Jahre Support.
Ähnlich wie eine Rolling-Release-Distribution erhält CentOS Stream 10 bis zum Jahr 2030 kontinuierlich Updates. In regelmäßigen Abständen bilden dann die RHEL-Entwickler aus dem jeweiligen Stand eine neue Minor-Version ihrer Enterprise-Distribution. Unternehmen können so schon vorab ihre Software und Lösungen an die kommenden RHEL-Versionen anpassen.
Desktop-Neuerungen
Die Grundlage von CentOS Stream 10 bilden aktuelle, aber als stabil geltende Softwarepakete. So werkelt im Hintergrund der Linux Kernel 6.12, auf Workstations stellt Gnome 47 die Desktop-Umgebung.
Auf dem Desktop gab es zudem zwei wesentliche Umbauten, die auch bereits in RHEL 10 zu finden sind: Zunächst setzt CentOS Stream 10 vollständig auf Wayland. Der alte Xorg Server ist nicht mehr an Bord und lässt sich auch nicht mehr nachinstallieren.
Darüber hinaus fehlen nach der Installation zahlreiche populäre Anwendungen wie Firefox, LibreOffice und Thunderbird. Solche Desktop-Programme kommen nach dem Willen der CentOS-Stream-Entwickler zukünftig als Flatpak-Paket auf das System. Derzeit muss man die benötigten Anwendungen manuell aus dem Flathub-Repository nachinstallieren. Wer das Flatpak-Format meiden möchte, muss darauf hoffen, dass das Community-Repository EPEL die Anwendungen in RPM-Pakete schnürt. Letztgenannte lassen sich weiterhin von DNF 4.20 und RPM 4.19 wie gewohnt einspielen.
Server-Neuerungen
Die wichtigste Software ist weiterhin wie gewohnt vorhanden. So erhalten Entwickler unter anderem die GCC 14, das OpenJDK 21, Python 3.12, Go 1.23 und Rust 1.82. Für Administratoren gibt es Apache 2.4.62, MariaDB 10.11 und PHP 8.3. Lediglich die Datenbank Redis musste ihrem Fork Valkey weichen.
CentOS Stream ging aus CentOS hervor, das ursprünglich einen quelloffenen Klon des kommerziellen RHEL bereitstellte. Während Red Hat den Quellcode von RHEL mittlerweile unter Verschluss hält, handelt es sich bei CentOS Stream um ein komplett offenes Projekt – allerdings nicht mehr um eine stabile binärkompatible Distribution. Abgeleitet sind CentOS Steam 10 und RHEL 10 wiederum von Fedora 40.






