In der nächsten Audacity-Version soll der beliebte Audio-Editor einige persönliche Daten der Nutzer an die Entwickler schicken. Die Community ist davon gar nicht begeistert und fordert einen Fork.
Audacity soll die IP-Adresse und den sogenannten User-Agent String übermitteln. Letztgenannter gibt Auskunft über die Audacity-Version und das verwendete Betriebssystem. Das Programm schickt diese Daten bei einem Check auf Updates. Dieser Versand soll sich in den Einstellungen abschalten lassen.
Nicht nur das Sammeln dieser privaten Daten sorgte bei vielen Anwendern für Kritik, die Entwickler behalten sich auch vor, die Informationen an beliebige andere Stellen weitergeben zu dürfen. Damit verstößt der Audio-Editor jedoch möglicherweise gegen die europäischen Datenschutzbestimmungen.
Des Weiteren soll sich Audacity nur noch für Anwender ab 13 Jahren eignen. Die Entwickler bitten alle jüngeren Personen, die Software nicht mehr zu nutzen. Hier bemängelt die Community, dass der Audio-Editor dann nicht mehr mit der GNU GPL kompatibel sei.
In zahlreichen Diskussionen kritisieren die Anwender die neuen Privatsphärenrichtlinien. Ähnliche Wellen schlugen bereits die zuvor geplante Integration von Google Analytics in Audacity sowie die Einführung eines Contributor License Agreements. Letztgenanntes müssen alle Entwickler unterzeichnen, die an Audacity mitarbeiten möchten. Sie übertragen damit die Rechte am Code an das Unternehmen Muse, das die maßgebliche Entwicklung von Audacity übernommen hatte.
Für viele Anwender ist damit das Maß überschritten, die Rufe nach einem Fork werden in den Diskussionen immer lauter.
Derweil versuchen die Audacity-Entwickler die Kritik zu entkräften. So sollen etwa die IP-Adressen nur 24 Stunden lang gespeichert werden, Daten würden zudem nicht weitergegeben. Die neue Richtlinie betreffe zudem nicht die Offline-Nutzung von Audacity.



