Aus Linux-Magazin 07/2012

Bücher zu Open-Source-Forensik sowie zu C++11

Im ersten Buch dürfen Open-Source-Tools zeigen, was sie für die forensische Analyse taugen. Der zweite Titel vermittelt Programmierern den Umstieg auf den neuen Sprachstandard C++11.

Kaum ein Betriebssystem unterstützt so viele Dateisysteme wie Linux. Damit eignet es sich hervorragend für die forensische Analyse von Speichermedien, vor allem wenn die passenden freien Programme dazukommen. In ihrem Buch “Digital Forensics with Open Source Tools” geben Cory Altheide und Harlan Carvey einen Überblick der digitalen Forensik auf Open-Source-Basis.

Freie Forensik-Tools

Auch wenn das englischsprachige Buch das Digital Forensic Framework (DFF) mit grafischer Oberfläche vorstellt – ein noch junges, aber vielversprechendes Tool –, liegt der Schwerpunkt auf Kommandozeilen-Programmen rund um Sleuthkit. Die Verfasser machen den Leser zunächst mit wichtigen forensischen Image-Formaten vertraut, beispielsweise mit dem verbreiteten Expert Witness Format (EWF), das viele Programme direkt auswerten. Die Werkzeuge, die solche Festplattenabbilder erzeugen, stellen sie dabei gleich mit vor. Das leistungsstarke Programm »xmount« dient zum Einhängen der Images.

Nach den Grundlagen nehmen sich die Autoren in weiteren Kapiteln die unterschiedlichen Artefakte vor, die der Forensiker findet. Multimediale Komponenten sind ebenso Thema wie Programme zur Spurensuche im Bereich Browser und Mail. Die Browser-Analyse geht beispielsweise auf Internet Explorer, Firefox, Chrome und Safari ein und damit quer durch die Betriebssystemlandschaft. Altheide und Carvey vermitteln strukturiert, worin sich Pfade bei der Auswertung von Windows, Linux oder Mac OS X unterscheiden. Links zu den dafür notwendigen Werkzeugen ermöglichen eine zügige Installation, selbst wenn es sich um OS-X-spezifische Tools handelt.

Auf rund 290 Seiten erfährt der Leser komprimiert alles Wichtige über die forensische Analyse der gängigen Betriebssysteme. Erfahrung auf der Kommandozeile ist allerdings Voraussetzung, um an diesem Buch Freude zu finden, das sehr praxisnah geschrieben ist. Die gut gegliederten Kapitel erleichtern es jedem, der auf ein Problem stößt und sich rasch zum Thema informieren möchte, schnell eine Lösung zu finden. Ein perfektes Buch auch zum Nachschlagen.

Info

Cory Altheide, Harlan Carvey:

Digital Forensics with Open Source Tools

Syngress Media, 2011

290 Seiten

48 Euro

ISBN 978-1-59749-586-8

C++ aktuell

Der Entwickler-, Trainer und Linux-Magazin-Autor Rainer Grimm hat sein erstes Buch veröffentlicht, in dem er Entwicklern einen tiefen Einblick in den neuen Standard C++11 gibt. Grimm verlangt von seinen Lesern ein gewisses Maß an Vorkenntnissen in der C++-Programmierung, die geübte Hobby- oder professionelle Software-Entwickler in der Regel besitzen. Anfängern hilft dieses Buch definitiv nicht beim Einstieg, da es direkt mit den Neuerungen des aktuellen Standards startet und sich nicht mit Wiederholungen der Grundlagen aufhält.

Bevor es mit dem Hauptteil des Buchs losgeht, bietet der Autor jedoch eine strukturierte Einführung in den aktuellen Stand der C++11-Standardisierung und der Unterstützung durch die Compiler. Fünf durchdachte Kapitel, verteilt auf über 500 Seiten, nehmen den Leser an die Hand und beleuchten die Neuerungen aus der Sicht eines Software-Entwicklers in der Praxis. Dabei kommt auch der notwendige kritische Blick nicht zu kurz, etwa wenn der Autor Vergleiche zu bestehenden Implementierungen in der Boost-Library zieht.

Der erste Abschnitt bietet einen raschen Überblick über alle neuen Sprachfeatures und die manchmal kompakten Neudefinitionen. Dazu gehören die für Programmierer lang ersehnten Rvalue-Referenzen genauso wie das nun standardisierte Multithreading-API, Lambda-Ausdrücke sowie Erweiterungen der Standardbibliothek STL. Die weiteren Kapitel vertiefen die bereits angeschnittenen Bereiche und schließen jeweils mit Übungen sowie nützlichen Codebeispielen ab. Ausgesprochen wertvoll sind die Praxistipps für einen besonders effizienten und stabilen Programmierstil.

Durch das C++11-Buch zieht sich konsequent ein roter Faden. Außerdem ist Grimms Schreibstil sehr angenehm zu lesen, er ermöglicht durch geschickt platzierte Erklärungen zu weniger geläufigen Codekonstrukten ein flüssiges Lesen ohne zu häufige Unterbrechungen durch Querverweise.

Info

Rainer Grimm:

C++11

Addison-Wesley, 2011

560 Seiten

30 Euro

ISBN 978-3-8273-3088-8

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