Aus Linux-Magazin 10/2009

15 Gadgets - nicht nur für Linux-Geeks

In jeder Preisklasse, Größe und Funktion hat das Linux-Magazin witzige, nützliche oder geeky Gadgets zusammengetragen. Geschenk oder Lustkauf, für sich oder andere, allein bezahlen oder zusammenlegen: Diese Best-of-Liste zeigt von 15 bis 500 Euro, was das Herz demnächst begehrt.

Vor einem Jahr wollten alle ein Netbook, jetzt sind die Androiden Ziel der Landnahme. Auch jenseits der Hypes und Trends finden sich Schätze, wenn man ein wenig sucht. Die Linux-Magazin-Redaktion hat anlässlich des 15-Jahre-Jubiläums die 15 schönsten technischen und techniknahen Spielzeuge ausgewählt – von analog bis digital, von praktisch bis schick und von hart bis sinnlich-weich.

Der Tux-Droid

Der Fisch verbindet sich per USB zum Rechner und funkt den Pinguin an, wodurch der stolze Besitzer seinen 21 Zentimeter großen Spieltux mit der beigelegten Python-Software zu definierten Anlässen Dinge tun lassen kann. Er kann ihn leuchten, sich bewegen und durch einen Lautsprecher auf dem Rücken Laute von sich geben lassen. Jemand hat ihn sogar schon zum Schachspieler gemacht – da dreht er sich zum Beispiel freudigst im Kreise, wenn er gewinnt. Ganz ohne Hindernisse geht die Inbetriebnahme jedoch nicht ab [1]. Linux war lange Bedingung für diesen drolligen Genossen. Inzwischen gibt es auch eine Windows-Version. Das Pärchen kostet mit seinem Atmel-Mikrocontroller AVR und 512 KByte Flashspeicher 150 Euro im Onlineshop des Herstellers [2].

Schall und Rauch

Es gibt neben den billigen Imitationen mit Tux-Aufkleber immer noch das Original-Zippo für Linux-Anhänger, die gepflegten Tabakkonsum kultivieren. Oder wie heißt diese Geisteshaltung jetzt, für die allerorten Vereine aus den Kneipen sprießen? Das benzingetriebene Klick-Spielzeug ist zum Beispiel für 40 Euro bei Ixsoft.de erhältlich [3].

GPS-GSM-Ortung in Streichholzschachtelgröße

Elektronik-Anbieter Round Solutions [4] hat ein Gadget für Überwachungsfreaks im Angebot. Die Kombination aus winziger Antenne, GSM-Modul mit auflötbarer SIM-Karte sowie GPS-Bauteil füllt keine Streichholzschachtel aus. Laut Hersteller ist noch Platz für eine Standardbatterie und so genannte Umweltsensoren wie Mikrofon oder Kamera.

Und das kann das Kleine: Ruft der Benutzer die Nummer der SIM-Karte an, gibt die Software ihren aktuellen Standort in Form von GPS-Daten preis. Alternativ dazu legt das kleine Device per Dial-out aktuelle GPS-, Audio- oder Video-Daten via GSM, GPRS oder auch mittels SMS auf einem Server ab. Neben dem Kartenmaterial gibt’s laut Hersteller auch den angepassten Open-Source-Code des Ortungsservers dazu – Openstreetmap und Open Layers sei Dank.

Die BUGs

Die “BUGmodules” lassen sich wie Legosteine zusammensetzen. Die Basis heißt Bugbase und ist mit einem ARM1136JF-S-Prozessor, 128 MByte RAM, einem En- und Decoder für MPG4-Videos und der Stromversorgung ausgestattet. In der Basis steckt zum Beispiel ein Kamera-, Funk- oder Audiomodul. Zum Funken gibt es mit Bugbee und Bugwifi neuerdings zwei Bausteine, die drahtlose Funknetzwerke nach IEEE 802.15.4 beziehungsweise WLAN-Netze nach IEEE 802.11 anzapfen. Interessierte beziehen die BUGs direkt beim amerikanischen Hersteller [5]. Dem Linux-Magazin sagte ein Sprecher der Bug Labs, dass ihre Käfer ab September 2009 auch in Deutschland erhältlich sein sollen.

Die Steck-Quadrate kosten derzeit zwischen 80 und 160 US-Dollar, die Basis 350 Dollar. Für 550 Dollar erhält man das Starterkit Bugbundle mit Basis, Touchscreen, Bewegungssensor, GPS-Receiver und einem Konnektormodul für USB sowie direkter Verdrahtung mit der Modulplatine. Dazu gesellt sich eine Micro-SD-Karte mit Poky Linux, einer Java-VM sowie dem Eclipse-basierten SDK Dragonfly.

Schick mit Linux

Einzeln oder redundant Farbe bekennen? Die Manschettenknöpfe für 77 Euro gibt’s auch in ungeschwärztem Silber. Für die Dame der Wahl vielleicht ein Paar silberne Ohrstecker gleichen Designs dazu (40 Euro, ohne Abbildung)? Den Tux-Silberschmuck liefert auf Anfrage das Embedded-Entwicklerunternehmen Kernelconcepts [6]. Die Kernelentwickler betreiben nebenbei einen Onlineshop mit Linux-Merchandise und arbeiten für die Silberlinge mit einem Schmuckdesigner zusammen.

Winz-Projektor

Dieser verhältnismäßig winzige Bild- und Filmprojektor passt in eine Hand, projizieret aber laut Hersteller in dunklen Räumen mit seinen 12 Lumen bis zu 50 Zoll große Bilder mit 1000:1-Kontrast an die Wand. Mit Batterie läuft das Gerät maximal eine Stunde. 1 GByte Flashspeicher ist eingebaut, dazu kommen optional Mikro-SD-Karten. Für das Filmmaterial sind die Schnittstellen Mini-USB, VGA und Composite zuständig. Unter den unterstützten Formaten befinden sich zum Beispiel MP3/MP4, OGG und AVI, bei den Bildern JPG und Gif. Für I-Phones oder Mobiltelefone sind separate Kabel erhältlich. Das 180 Gramm leichte Kino gibt es beim amerikanischen Hersteller [7] für 240 Dollar.

Der Fall Tux

Das Tux Case, ein nur 17 Zentimeter hoher Gehäuse-Pingi, schluckt ein Mini-Board: Das Fox-Board LX mit dem angepassten Linux Fox-Serve von Acme Systems. Es misst 6,6 mal 7,2 Zentimeter und nimmt die CPU Etrax 100LX von Axis mit 100 MHz, 32 MByte SDRAM sowie 8 MByte Flashspeicher huckepack. Der Plastik-Pinguin zeigt hinten Durchbrüche für einen Netzwerk- und zwei USB-Anschlüsse. Beim italienischen Hersteller Acme Systems gibt es das Fox-Board mit Apache, SQLite, PHP und passendem Netzteil für 200 Euro inklusive Versand. In Deutschland ist das so genannte Tux Case auch separat für 20 Euro zuzüglich Versandkosten [8] zu haben.

Das Beagleboard

Im Beagleboard ist die Open Mobile Application Platform (OMAP) in der Versionsnummer 3530 verbaut. Das bedeutet: ein ARM-Prozessor Cortex-A8 3530 mit bis zu 600 MHz, 128 MByte RAM und 256 MByte Flashspeicher. Vor allem entzückt die Fans ein HD-fähiger digitaler Signalprozessor mit diversen Video-Erweiterungsmöglichkeiten, etwa S-Video für Fernseher oder DVI-D. Für 3D-Grafik sorgt die OpenGL-ES-Unterstützung. Das gute Stück gibtu2019s bei Texas Instruments für 150 Dollar [9]. TI meldet, der Versand nach Deutschland sei kein Problem.

Der, die oder das Chumby

Was wie ein Knautschball aussieht, ist in Wahrheit ein Linux-basiertes Bewegtbild-Ausgabegerät mit 3,5-Zoll-Touchscreen, zwei USB-Ports, 350-MHz-ARM, 64 MByte Arbeitsspeicher und 64 MByte Flashspeicher. Das scheinbar lautmalerisch oder auch haptisch benannte Gerät namens Chumby empfängt WLAN und merkt, wenn man es knetet. Der mutierte Basketball arbeitet mit quelloffener Software, erfreut sich einer vernarrten Community und ist für 200 Dollar beim kalifornischen Hersteller erhältlich [10].

Freier E-Book-Reader

Wenn Richard Stallman vor dem Gebrauch von E-Book-Readern warnt, meint er damit sicher die DRM-plombierten Geräte von Sony und Amazon. Es geht auch anders: Das Projekt Openinkpot arbeitet an einer freien Linux-Distribution, die sich schon in der Entwicklerversion für Release 0.2 sehen lassen kann. Als Hardwareplattform ist dazu der Reader Hanlin (Version 3) des japanischen Herstellers Jinke zu empfehlen, der auch mit Bebook- oder Ibook-Aufkleber über den Markt streunt. Dank E-Ink-Display und ARM-Prozessor läuft er mit einer Akkuladung drei Wochen durch, wie die Redaktion getestet hat [11]. Der 512-MByte-Festspeicher soll rund 400 Bücher fassen. Das Gerät ist mit der EAN 6928324100265 für rund 300 Euro über den deutschen Buchhandel zu beziehen (zum Beispiel über [12]).

Linux aus der Steckdose

Hinter dem Linux-Minirechner namens Sheevaplug samt USB- und Gigabit-Netzwerkanschluss verbirgt sich eine Hard-und Software-seitig offene Plattform für die Entwicklung. Das 10 mal 7 mal 5 Zentimeter große, lüfterlose Kästchen wandert direkt in eine Steckdose und dient hier zum Beispiel als Medien- oder Webserver. Es gibt den Sheevaplug mit europäischem Stecker für rund 100 Euro inklusive Versand [13]. An Bord ist eine ARM-CPU mit 1,2 GHz von Sheevaplug-Hersteller Marvell, 512 MByte DDR2-RAM an einem Bus mit 400 MHz sowie 512 MByte Flash. Unter anderem Ubuntu 9.04 und Gentoo haben diese Hardwareplattform ins Herz, pardon, Archiv geschlossen [14].

Software in Reinform

Der große Stoff-Pinguin ist auf den Messeständen der Linux New Media AG Dauermieter und zieht stets Aufmerksamkeit auf sich. Er ist ausgesprochen Real- Life-kompatibel: Nichten und Neffen, Omas und Opas sowie die Auserwählte finden ihn garantiert “süüüß”. Die Sympathieträger kommen in verschiedenen Größen vor [15], zum Beispiel mit einem kuscheligen Meter (200 Euro) oder mit handlichen 30 Zentimetern (16 Euro). Der Kleinste baumelt für vier Euro am Schlüsselbund. Damit dürfte Weihnachten als abgehakt gelten.

Freie Fahrt

Der KFZ-Kennzeichenhalter proklamiert “Freie Fahrt für Freie Software” für Leute, die den Open-Source-Pfad auf vier Rädern durchmessen. Allerdings ist der Halter für KFZ-Kennzeichen aus Deutschland gemacht u2013 österreichische passen zum Beispiel nicht. Der Kennzeichenhalter kostet 13 Euro zuzüglich Versand bei Getdigital.de [16]. Der Händler vermerkt, dass das verdammte KFZ-Schild bei dem Schildhalter nicht dabei ist – auch nicht für Kunden aus Darmstadt.

Für Netz-Auguren

Das Wifi Shirt zeigt 802.11b- und 802.11g-Netze an. Das ermöglicht ein aufgenähter Weichplastikeinsatz mit OLEDTechnik (Organic LED, organische Leuchtdiode). Strom erhält die Implementation durch eine in das Shirt eingenähte Batteriebox mit zwei AAA-Batterien. Die Wifi-Messung ist an- und ausschaltbar. Das Baumwoll-Shirt ist Handwäsche, wozu das Batteriepack abnehmbar ist. Kostenpunkt: 37 Euro zuzüglich Versandkosten [17].

Kunstux

Der Berliner Maler Stefan Klausewitz wollte einen “Bösen Tux” auf Pappe bringen, hat aber bestimmt dabei geschmunzelt. Das Gemälde misst etwa 30 mal 40 Zentimeter, besteht aus Acrylfarben auf Pappe und trägt auf der Hinterseite einen Stempel, Bleistiftsignatur und Titel. Für 22 Euro zuzüglich Versand gibt es beim Exklusiv-Händler Tuxe.de auch noch andere Motive [18].

Infos

[1] Tux-Droid im Test: [http://www.linux-user.de/ausgabe/2007/07/086-tuxdroid]

[2] Tux-Droid: [http://www.kysoh.com]

[3] Graviertes Tux-Zippo: [http://ixsoft.de/cgi-bin/web_store.cgi?cart_id=3643953_10024&page=Products/de/OFZIPGRAFA.html]

[4] GPS-GSM-Ortungsgerät: [http://www.roundsolutions.com/news/gps-gsm-modul.htm]

[5] Bug Labs: [http://www.buglabs.net]

[6] Tux-Manschetten via E-Mail an: [order@kernelconcepts.de]

[7] Pikoprojektor P1: [http://www.aaxatech.com/products/kp190.htm]

[8] Tux-Gehäuse: [http://elmicro.com/de/tuxcase.html]

[9] Beagleboard: [http://beagleboard.org]

[10] Chumby: [http://www.chumby.com]

[11] Hanlin 3 im Test: [https://www.linux-magazin.de/Online-Artikel/Openinkpot-eine-freie-Linux-Distribution-fuer-E-Book-Reader]

[12] Hanlin 3: [http://www.buecher.de]

[13] Sheevaplug für europäische Steckdosen: [http://www.globalscaletechnologies.com/p-26-sheevaplug-dev-kit-europe.aspx]

[14] Plugcomputing-Community: [http://www.plugcomputer.org]

[15] Plüsch-Familie: [http://www.ixsoft.de/cgi-bin/web_store.cgi?cart_id=5278063_24817&page=Catalogs/de/plushy-catalog.html]

[16] KFZ-Kennzeichenhalter: [http://www.getdigital.de/products/freie_software]

[17] WLAN-Shirt: [http://www.getdigital.de/products/Wifi_Shirt]

[18] Kunst-Tuxe: [http://www.tuxe.de/index.php?cName=linux-kunst-und-bilder]

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