"Linux for Workgroups" ist da

Die neue Version 3.11 des Linux-Kernel ist erschienen.

Auf der Mailingliste kündigte Linus Torvalds die neue Kernelversion 3.11 an, die den satirischen Codenamen “Linux for Workgroups” trägt und reichte zugleich eine Erklärung für die nicht-angekündigte Version 3.11rc7 nach. Ein Compile-Error im “ohci-pci”-Treiber hätte behoben werden müssen, seitdem wären noch einige kleinere Reparaturen im Netzwerk-, Dateisystem- und Audiobereich hinzugekommen.

Zu den Top-Features im neuen Kernel gehören Änderungen im Grafikbereich. Über den Bootparameter “radeon.dpm=1” lässt sich das noch experimentelle dynamische Powermanagement für die freien ATI-Treiber aktivieren, das Strom spart und die Betriebstemperatur senkt. Der Nouveau-Treiber unterstützt indes das Dekodieren von H.264/MPEG2-Videos mit Hilfe des Videoprozessors VP2. Support für die neuen Sea-Islands-GPU von ATI (Radeon HD 8000) bringt der Kernel ebenso mit wie einen DRM-Treiber für R-Car, den ARM Cortex-A9 Quadcore-SoC von Renesas. Letzterer soll vor allem in Infotainment-Systemen von Autos zum Einsatz kommen.

Apropos ARM: für die ARM-64-Architektur unterstützt der Kernel 3.11 nun Virtualisierung mit Xen und KVM, die 32- und 64-Bit-Varianten von ARM kommen nun dank des virtuellen Dateisystems Hugetlbfs mit Huge Pages und transparenten Huge Pages zurecht. Zudem bringt der Kernel Support für weitere ARM-Prozessoren mit, darunter solche von Freescale, Samsung, Rockchip, TI und ST-Microelectronics.
 
Temporäre Dateien sollen sicherer werden. Das “O_TMPFILE”-Flag erzeugt temporäre Dateien, die im Dateisystem nicht sichtbar sind. Das soll es ermöglichen, sichere temporäre Dateien ohne Race Conditions zu erzeugen, die gleich nach dem Schließen wieder verschwinden. Ein “Soft-dirty” genannter Mechanismus erlaubt es, vom Userspace aus die Pages zu verfolgen, auf die ein Prozess schreibt. Der Kernel unterstützt neuerdings LZ4-Kompression und bringt einen vorläufigen Client-Support für NFS 4.2 und Labeled NFS mit Zugriffskontrolle mit sowie für das Lustre-Dateisystem.

Einen Überblick der neuen Features bieten wie immer die Kernelnewbies, auch LWN.net hateinigeInformationen parat.

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