Immer mehr Hersteller unterstützen Linux-Entwickler. Nach dem Tintenstrahldrucker-Test im “LinuxUser” 1/2002 konnte die Testlabor-Crew die Druckerhersteller Canon, Epson und Hewlett-Packard davon überzeugen, die Linux- Community mit einigen Testgeräten zu unterstützen.
Der Treiber-Support für Linux durch die Hardwarehersteller ist oft mau: Sie kümmern sich lieber um Mainstream-Betriebssysteme – also Windows – und verschwenden nur selten einen Gedanken an Linux. Die Community muss selbst dafür sorgen, dass Treiber geschrieben, getestet und optimiert werden. Außerdem üben sich die meisten Hersteller leider in vornehmer Zurückhaltung, was die Herausgabe von Spezifikationen, Programmierschnittstellen oder auch Testgeräten angeht.
Einige Druckerhersteller scheinen aber langsam auf Linux aufmerksam zu werden. Auch wenn die Marktführer Canon, Epson und Hewlett-Packard keine eigenen Linux-Treiber entwickeln, unterstützen sie jetzt die Linux-Community.
Mitte April konnten wir die Freigabe einiger Tintenstrahldrucker erreichen, insgesamt stehen jetzt sieben Modelle von Canon, zwei von Epson und eins von Hewlett Packard zur Verfügung. Es handelt sich dabei größtenteils um die Geräte aus dem Tintenstrahldrucker-Test unserer Schwesterzeitschrift “LinuxUser” (in der Ausgabe 1/2002). Auch das noch verbliebene Verbrauchsmaterial, rund 25 Tintenpatronen und insgesamt 500 Blatt Spezial- und Fotopapier, werden an Programmierer aus der Open-Source-Gemeinde abgegeben.
Drucker für Treiber
Die Drucker sind besonders als Unterstützung für die Entwickler von Gimp Print, KDE-Print, Foomatic und Gnome gedacht – gerade für die Farbzusammenstellung im Fotodruck auf Spezialpapier und das Ausreizen der Druckauflösung sind etliche Probedrucke erforderlich. Nicht nur die Anschaffung des Verbrauchsmaterials geht ins Geld, auch für jeden neuen Treiber ist ein entsprechender Drucker erforderlich.
Die zehn Tintenstrahldrucker sollen zunächst unter den großen Drucksystem-Projekten verteilt werden, um möglichst vielen Anwendern kurzfristig Verbesserungen zu bieten. Ist die Entwicklung abgeschlossen, gibt der jeweilige Entwickler den Drucker an einen anderen weiter und bekommt selbst das nächste Gerät zum Ausprobieren. Der Ringtausch soll allen Projekten die Chance geben, möglichst viele Treiber zu verbessern oder neue zu schreiben.
Auch die Entwickler anderer Projekte sind eingeladen, am Ringtausch teilzunehmen; Interessenten können sich unter [printers@linux-community.de] für die verschiedenen Modelle vormerken lassen. Bei der Zuordnung der Geräte hilft der Drucker-Spezialist Kurt Pfeifle, der uns schon im Vorfeld des Tintenstrahldrucker-Tests unterstützte. Im Kasten “Drucker-Pool” sind die gegenwärtig verfügbaren Druckermodelle aufgelistet.
Weitere Unterstützung?
Es ist zu wünschen, dass dies nicht eine einmalige Aktion der Hersteller war, sondern ein Auftakt. Insbesondere die Tinte wird nicht für alle Entwickler ausreichen, so viel ist jetzt schon klar. Hoffen wir daher, dass die Hersteller für die Linux-Community noch die eine oder andere Patrone oder auch mal ein neues Gerät übrig haben. Einen unschlagbaren Vorteil hat die Treiberentwicklung in der Linux-Community – sie kostet die Hersteller im Gegensatz zu Windows-Treibern fast nichts.
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Drucker-Pool |
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Canon Bubble Jet S100 Canon Bubble Jet S300 Canon Bubble Jet S400 Canon Bubble Jet S450 Canon Bubble Jet S500 Canon Bubble Jet S600 Canon Bubble Jet S630 Epson Stylus C60 Epson Stylus C70 HP Desk Jet 940C |





