Fedora Core 5 wird Mono enthalten. Hat mit Red Hat die letzte Bastion der Mono-Gegner ihren Widerstand aufgegeben und Patentanwälten den Feldzug gegen freie Software ermöglicht ?
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Inhalt |
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130 | Projekte mit Trac Mit Wiki, Ticketsystem, Quelltext-Browser und Timeline verwaltet Trac Softwareprojekte. 136 | Coffeeshop Widgets verhelfen Anwendungen nicht nur zu neuen Funktionen, sie bringen Swing auch optisch auf Trab. 140 | Perl-Snapshot Eigene Parser und Lexer interpretieren Benutzereingaben oder Dateien eigener Formate. 146 | Trails Chris Nelson hat das Prinzip von Ruby on Rails auf Java übertragen. |
Die Release von Mono 1.0 war Ursache für einen handfesten Streit in der freien Entwicklerszene. Vor allem Java- und Mono-Anhänger überhäuften sich gegenseitig mit harten Vorwürfen, die jeden Kompromiss ausschlossen; ganz abgesehen vom dritten Standpunkt, dessen Vertreter C++ und Konsorten ohnehin für ausreichend halten.
Harte Fronten
Die Mono-Gegner argumentieren, mit zunehmender Verbreitung von Mono-Applikationen steige die Abhängigkeit der Linux-Desktops von diesem Framework. Darauf warte Microsoft nur, um über seine Dotnet-Patente die Verwendung von Mono und damit entwickelter Anwendungen juristisch zu unterbinden. Um sich nicht der Gnade von Microsoft auszuliefern, dürfe man Mono keinen Platz in der freien Softwarewelt einräumen. Darüber hinaus sei Java eine bewährte Alternative: Die proprietären Interpreter gehören Sun und IBM, also Linux-freundlichen Firmen, und mit GCJ existiert ein freier Java-Compiler.
Die Mono-Anhänger sehen in den Vorwürfen dagegen eine Dämonisierung einer nützlichen neuen Technik. Mono steht unter einer freien Lizenz und Microsoft hat eine Garantie ausgesprochen, die Nutzung seiner Dotnet-Patente auch künftig ohne Einschränkungen zu erlauben. Auf einen solchen Schritt von Sun bezüglich der Java-Patente wartet man bislang vergeblich. Außerdem vereinfache gerade das von Windows bekannte Framework den Dotnet-Programmierern den Umstieg zu Linux. Zugleich haben Mono-Entwickler die freie Wahl zwischen C-Sharp und anderen Sprachen.
1:0 für Mono?
Die den Markt dominierenden kommerziellen Linux-Distributoren Red Hat und Novell haben dabei opponierende Stellungen bezogen. Novell und seine öffentlichen Vertreter machen sich für Mono stark, folgerichtig enthielten die Novell-Distributionen schon früh die Mono-Pakete. Red Hat vertrat die Gegenseite und lieferte Mono nicht mit.
Nachdem die Fronten geklärt schienen, waren die Emotionen etwas abgeflaut. Doch inzwischen hat sich der Distributor mit dem roten Hut entschieden, seine Haltung gegenüber Mono zu ändern und das Framework in Fedora Core 5 aufzunehmen. Ähnliche Pläne hat Red Hat zwar nach eigener Aussage für seine Enterprise-Distributionen derzeit nicht; falls Mono sich in Fedora bewährt, dürften diese aber schnell gefasst sein.
An der Sachlage hat sich nichts geändert und Red Hat gibt sich bedeckt, was die Motivation für den Wandel angeht. Der Fedora-Entwickler Christopher Blizzard spricht in seinem Blog vage von nun nicht mehr bedeutsamen geschäftlichen und strategischen Gründen, aus denen Mono bislang draußen bleiben musste. Ohne auf die Argumente der Gegner einzugehen, bezieht er sich positiv auf die Mono-Applikationen Beagle, F-Spot und Tomboy und spricht allgemein von einer Verbesserung des Desktops durch Mono.
Untergang des Abendlands?
Dass nun auch Fedora Mono aufnimmt, lässt die Gegner Schlimmes befürchten. Zweifellos ist dies zumindest ein kleiner Schritt zur weiteren Akzeptanz des Framework – zu einem größeren würde es durch eine Aufnahme in die kommerziellen Red-Hat-Distributionen.
Von einer Abhängigkeit von Mono ist deswegen noch lange nicht zu sprechen. Selbst wenn Mono eines Tages zum Bestandteil des Gnome-Desktops werden sollte – danach sieht es momentan allerdings nicht aus – beträfe dies nicht Linux im Allgemeinen. Mit KDE gibt es auch für den Desktop ohnehin eine Mono-freie Alternative.
Verständlich ist das Misstrauen gegenüber Microsofts Garantien. Allerdings verfolgen auch Sun und der weltweit größte Halter von Softwarepatenten IBM wirtschaftliche Interessen. Ihre Weigerung, Java freizugeben, ist ebenso skeptisch zu betrachten. Eine patentfreie Alternative zu Mono und Java existiert leider nicht und die künftige Linux-Politik der involvierten Firmen lässt sich nicht vorhersagen. Freien Entwicklern bleibt daher – außer sich gegen Softwarepatente zu wehren – nur, das richtige Verhältnis zwischen gesundem Misstrauen und technischen Vorzügen zu finden.
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Infos |
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[1] Christopher Blizzard zu Mono in Fedora: [http://www.0xdeadbeef.com/?p=159] |
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