Richard J. Moore von IBM hat auf der Prager Linuxcon das Eclipse-basierte Linux-Entwicklerkit für die Power-Architektur präsentiert.
Das SDK existiert seit Anfang 2011 und wird in Kürze in Version 0.8 erhältlich sein. Es basiert auf der Entwicklungsumgebung Eclipse sowie CDT und den Linux-Tools. IBM hat einige Werkzeuge sowie Tutorial und Dokumentation erweitert und für die Power-Architektur angepasst. Das Paket soll Entwicklern die früher mühevolle Einrichtung einer Toolchain für Linux auf Power erleichtern und dazu beitragen, dass mehr Software auf diese Architektur portiert wird.
Das Kit verwendet die Advance Toolchain für Power-6 und -7-Prozessoren sowie optimierte Bibliotheken mit den GCC-Versionen 4.5 und 4.6, die sich parallel zu den bestehenden Versionen der verwendeten Distribution installieren lassen. Sie bringen unter anderem Decimal Floating Point (DFB) mit, was für Finanztransaktionen ohne Rundungsfehler erforderlich ist.
Die erweitere Codeanalyse des SDK spürt x86-typische Idiome auf, die beim Portieren von Software auf Power Probleme verursachen. Daneben bietet das Kit Feedback Directed Program Restructuring (FDPR). Dabei wird ein Binary instrumentiert und mit einem Profiler analysiert. Anschließend sortiert das Tool die Binärdatei performanceoptimiert um. Ein Bericht fällt dabei ebenfalls ab. Einige Arbeit hat IBM auch in Oprofile investiert, das nun über 1500 Events für Power kennt.
Alle Komponenten des Power SDK stehen unter freien Lizenzen, die Entwickler haben zudem ihre Anpassungen upstream weitergegeben. Das Entwicklerkit steht auf IBMs Webseiten in Form von RPM-Paketen, als Yum-Repository sowie als ISO-Image zum Download bereit. Dort finden sich auch weiterführende Links zu den eingesetzten Tools und Technologien sowie zu einem Support-Forum.



