
Abbildung 1: Der PC-Stick macht alte Rechner wieder flott. Einfach an den IDE-Port stecken - fertig.
Ein Thin-Client stellt nur geringe Ansprüche an die Hardware des Arbeitsrechners. Einen alten PC entstauben genügt – der PC-Stick von Rangee erledigt den Rest. Auf ihm befindet sich ein komplettes Linux-System. Die Linux-Magazin-Redaktion hat das neue Gerät unter die Lupe genommen.
Obwohl Thin-Clients in einer IT-Infrastruktur viele Vorteile bieten, haben sie sich nie richtig durchgesetzt. Der Aachener Hersteller Rangee will mit seinem PC-Stick die an PCs verloren gegangenen Kunden zurückgewinnen. Der PC-Stick besteht aus einem simplen Flash-Medium, das an den IDE-Port gesteckt wird. In dem Speicher befindet sich ein eigens erstelltes Linux-System mit Kernel 2.4.18, das den Rechner in einen Thin-Client verwandelt.
Kleine Macken
Im Test zeigte sich jedoch gleich beim ersten Start ein Fehler: Die serielle Maus wurde nicht erkannt, mit PS/2- und USB-Mäusen dagegen hat der PC-Stick keine Probleme. Merkwürdigerweise dauert der Start des Betriebssystems bei angeschlossener USB-Maus merklich länger als mit einem PS/2-Gerät. Trotzdem ist der Rechner nach dem Einschalten innerhalb von wenigen Sekunden einsatzbereit.
Sind die ersten Hürden überwunden, begrüßt ein Konfigurations-Wizard den Admin, in dem er Sprache, Tastatur, Bildschirmauflösung und weitere Parameter für den Host festlegt. Je nach Einstellung startet das System danach in den Desktop- oder in den Kiosk-Modus.
In Letzterem befindet sich nur ein Fenster in der Mitte des Bildschirms, aus dem die Anwender später ihre gewünschte Verbindung auswählen. Der Desktop-Modus erinnert stark an die Windows-Oberfläche. Die Benutzer starten ihre Verbindung in diesem Fall über ein Startmenü. Rangee Linux unterstützt eine Vielzahl von Protokollen, darunter ICA, PPTP, RDP, SSH, Tarantella, VNC und X11/XDMCP. Außerdem ist Mozilla Firebird vorinstalliert.
Alles aus der Ferne
Mit einem Tastendruck auf [F2] gelangt man im Kiosk-Modus in das Konfigurationsmenü des Sticks. Ein Passwort schützt die Daten vor Manipulationen. Damit der Administrator nicht zu jedem Rechner laufen muss, lässt sich das Gerät per SSH, VNC und Weboberfläche konfigurieren. Besonders sicherheitsbewusste Admins schalten SSH-, VNC- und Webserver per Menü ab.
Leider ist die Oberfläche nicht sehr übersichtlich und die Menünamen sind sogar irreführend. So zeigt der Dialog zum Setzen eines Zeitservers die Felder »Zeitserver« und »NTP Zeitserver« an. Erst ein Blick in das mitgelieferte Handbuch offenbart, dass es sich beim ersten Eintrag um den Rdate-Server handelt. Über die Oberfläche ist das System detailliert einstellbar. Sie enthält unter anderem Einträge für Font-Server, Drucker, die Bildschirmauflösung, Tastatur und den Anschluss lokaler sowie entfernter Festplatten (über Samba oder NFS).
Sollte es beim Booten einmal Probleme geben, haben die Entwickler mit einem Rescue-Modus vorgesorgt. Ein Druck auf [Shift]+[B] während des Startvorgangs öffnet eine Textkonsole. Im Notfall setzt der Admin den Stick hier auf die Werkseinstellungen zurück oder ändert die eingestellte Bildschirmauflösung. Das gute Handbuch ist mit knapp 80 Seiten und sehr großen Abbildungen zwar nicht sehr umfangreich, hilft aber trotzdem bei der Einrichtung des Sticks.
Fazit
Der Rangee PC-Stick ist eine interessante Alternative zum Kauf dedizierter Thin-Client-Systeme. Er ist einfach zu installieren und treibt auch einen Pentium I nicht an seine Leistungsgrenzen. Die unhandliche Konfigurationsoberfläche ist verbesserungsbedürftig.
Der Preis ist mit knapp 100 Euro für die 16-MByte-Variante nicht zu hoch. Schön wäre es, wenn der PC-Stick die Flexibilität von Linux etwas mehr ausnutzte. So würden einige Admins sicherlich gerne Software nachinstallieren oder Feineinstellungen an vorhandenen Programmen vornehmen.
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Rangee |
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Hersteller: |
Rangee GmbH [http://www.rangee.com] |
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Beschreibung: |
Linux-Thin-Client auf einem Flash-Medium, das direkt an den |
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Preis: |
96 Euro (PC-Stick LS: 16 MB Flash, Rangee Linux Lite), 130 Euro |




