Wo Fedora drin ist, soll auch Fedora drauf stehen: Kurz nachdem die Richtlinien für die Marke Opensuse geändert wurden, zieht Fedora mit einer eigenen Variante nach.
Der Fedora-Projektleiter Paul Frields berichtet in einem Blog-Eintrag über die Neuregelung der Markenrichtlinien von Fedora, den Fedora Trademark Guidelines. Erst vor wenigen Tagen hatte der Community-Manager von Opensuse, Joe „Zonker“ Brockmeier, die neuen Regelungen für den Markennamen aus dem Hause Novell bekanntgegeben. Das zeitliche Zusammentreffen ist nicht ganz zufällig, denn Frields hat sich mit dem Kollegen ausgetauscht: „Er und ich haben im September 2008 über die Revision der Fedora Handelsmarken gesprochen, und insbesondere wie diese die Arbeit an der Revision von Opensuse beeinflussen könnte.“
Beiden Neuauflagen ist gemeinsam, dass es eine Grundversion gibt, wie die Marke verwendet werden darf sowie Regelung für veränderte Versionen. Während jedoch Opensuse sehr restriktiv formuliert, dass nur unveränderte Opensuse-Images den Namen der Distribution tragen dürfen, erlaubt Fedora den Umgang mit seiner Marke großzügiger und fordert gegebenenfalls dazu auf, die Zustimmung durch das Fedora Board einzuholen. Als Alternative bietet Fedora die so genannte Secondary Trademark (abgeleitete Handelsmarke). Diese soll von denjenigen genutzt werden, die den Fedora-Code mit Änderungen, Ergänzungen oder Kürzungen verwenden. Diese Derivate sollen mit dem Titel „Fedora Remix“ versehen und entsprechend gekennzeichnet werden.
Laut Frields war die Überarbeitung der Richtlinien seit der Trennung des freien Projekts vom Distributor Red Hat dringend notwendig geworden. Seiner Meinung lag „ordentlich Staub“ darauf, und es war „im Wesentlichen eine Kopie von Red-Hat-Richtlinien für seine Handelsmarken, bei denen das Wort Red Hat durch Fedora ersetzt wurde.“ Er hielt die Regelung für unflexibel und hofft nach der Überarbeitung in Zusammenarbeit mit den Red-Hat-Juristen auf eine größere Verbreitung der Marke. Mit der Neuauflage erlaubt ist nun beispielsweise die Verwendung des Logos auf sozialen Netzwerken wie Linked In, aber auch auf Unternehmenswebseiten, Messen oder Communitytreffen.
Für etwas Verwirrung sorgt noch die neue Domain Fedoracommunity.org, über die sich internationale Community-Webseiten ihren offziellen Segen holen. Die in Frankreich populäre Webseite Fedora-fr.org ist nun beunruhigt, dass sie ihren Domainnamen nicht ändern muss. Zum Thema Fedora im Iran gilt noch, politische Bedenken zu klären. Frields verspricht Antworten, und er beruhigt diejenigen, die sich wegen möglicher Verstöße besorgt äußern: „Wenn wir davon ausgehen, dass unsere Regelungen vorher WIRKLICH drakonisch waren, und ich mich nicht daran erinnern kann, dass jemand verklagt wurde, würde ich darüber keine schlaflosen Nächte verbringen.“



