Vojtux: Fedora für Menschen mit einer Sehbehinderung

Desktop der Distribution Vojtux

Desktop der Distribution Vojtux

Der Red-Hat-Entwickler Vojtěch Polášek hat eine Fedora-Variante geschaffen, die vor allem Nutzern mit einem eingeschränkten Sehvermögen die Bedienung erleichtert. Seine Distribution soll allerdings schnellstmöglich wieder überflüssig werden.

Vojtěch Polášek hat auf GitHub ein Build-System hinterlegt, das ein möglichst barrierefreies Live-System erzeugt. Als Basis dient dabei Fedora 43 mit Mate-Desktop, das einige zusätzliche Pakete aus einem separaten COPR-Repository ergänzen.

Die notwendigen Änderungen am originalen Fedora hat Vojtěch Polášek auf ein Minimum reduziert – aus gutem Grund: Langfristig sollen seine Modifikationen irgendwann in Fedora einfließen und so die Distribution selbst barrierefrei werden. Vojtěch Polášek kennt dabei genau die Bedürfnisse der Nutzer: Er ist selbst blind.

Die an Fedora von ihm vorgenommen Änderungen dokumentiert er ausführlich auf der GitHub-Seite. Unter anderem kommt die LIOS OCR-Software hinzu, die Barrierefreiheit in Qt ist aktiviert und der Orca Screenreader startet direkt im Login-Bildschirm. Hinzugekommen sind zudem neue Tastenkürzel. So startet [Alt]+[Super]+[O] umgehend Orca.

Die GitHub-Seite enthält zudem sämtliche Anweisungen zum Bau des Live-Systems. Wer sich die Arbeit ersparen möchte, kann auf ein fertiges ISO-Image zurückgreifen. Aus dem laufenden System heraus lässt sich die Distribution fest auf einem System installieren. Dabei sollte man jedoch im Hinterkopf behalten, dass es sich explizit um eine Technical Preview und somit noch ein instabiles System handelt. In jedem Fall spricht Vojtux derzeit ausschließlich Englisch.

Vojtěch Polášek hat den Namen der Distribution übrigens ganz unbescheiden an seinen eigenen Vornamen angelehnt.

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