Aus Linux-Magazin 11/2025

Kernel- und Treiberprogrammierung mit dem Linux-Kernel – Folge 142

© Dmitry Ageev / 123RF.com

Linux bietet eine effiziente Speicherverwaltung für alle Einsatzfälle. Die Anforderungen an Performance, Defragmentierung und minimalen Verschnitt lassen sich präzise austarieren.

Linux ist nicht nur mit seinem offenen Quellcode spendabel, sondern auch mit Systeminformationen. Falls es also beim Betrieb irgendwie mal rumpelt oder rattert, erweist sich unter Umständen ein Blick in die virtuellen Dateien unter »/proc« und »/sys« als hilfreich.

Die häufigste Ursache für die unschöne User Experience mit einem ruckelnden (“slagging”) System findet sich beim Speichermanagement. Geht dem Rechner die Puste respektive der Speicher aus, ist nämlich Swapping angesagt, also das Auslagern von Teilen des Hauptspeichers auf den Hintergrundspeicher (SSD, Festplatte). Wenn das passiert, macht Linux einfach keinen Spaß mehr.

Ob das System gerade Speicher auslagert, kann man im Handumdrehen per »free -h« und »vmstat« feststellen. Die Aufrufe zeigen, wie viel Swapspace angelegt ist, wie viel davon tatsächlich belegt ist und wie viel pro Sekunde das System ein- oder auslagert (Spalten »si« und »so« bei Vmstat). In vielen Problemfällen saugt ein amoklaufender Rechenprozess allen Hauptspeicher für sich selbst auf. Unter Umständen lassen sich ausufernde Jobs von weitsichtigen Admins einhegen, indem sie von vornherein den Ressourcenhunger durch Setzen von User Limits beschränken. Aber das hängt immer vom Einsatz der Maschine ab.

Grundsätzlich teilt Linux den Hauptspeicher sehr geschickt unter den konkurrierenden Applikationen und den einzelnen Kernel-Komponenten auf, um insbesondere ein Fragmentieren des Speichers zu verhindern. Fragmentierung kommt vor, wenn dynamisch Speicher reserviert und dann wieder freigegeben wird. Manchmal werden nur kleinere Blöcke benötigt, ein anderes Mal...

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