Nachdem die Förderung des Sovereign Cloud Stacks durch die Bundesregierung am Jahresende ausläuft, springen die Open Source Business Alliance und 14 ihrer Mitgliedsunternehmen ein. Die wiederum bündeln die Weiterentwicklung im neuen Forum SCS-Standards.
Der Sovereign Cloud Stack (SCS) spannt eine Cloud auf, in der Sie die volle Kontrolle über Ihre eigenen Daten behalten. Insbesondere können Sie die Cloud-Inhalte zu einem anderen SCS-kompatiblen Betreiber migrieren, ohne dass dabei hohe Kosten oder Schulungsaufwand anfallen. Dem äußerst interessanten Projekt haben wir in der Ausgabe 06/2024 gleich mehrere Artikel gewidmet: Neben einer Einführung [1] beschäftigten wir uns mit der Bewertung [2] und dem Thema Kubernetes-as-a-Service [3].
Gemeinsam weiter
Der SCS entstand im Rahmen eines Forschungsprojekts, das die OSBA maßgeblich umgesetzt hat. Die Finanzierung übernahm bislang das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK). Dessen Förderprogramm läuft jedoch am 31. Dezember 2024 regulär aus [4]. Eine Verlängerung oder ein Anschlussprogramm wird es nicht geben, beides stand laut OSBA allerdings gar nicht im Raum. Das SCS trifft folglich nicht unmittelbar der rigorose Sparplan der damals amtierenden Bundesregierung, der unter anderem die Förderung von Open-Source-Projekten drastisch zusammenstreicht.
Um den SCS auch nach dem Auslaufen der Förderung zu erhalten und weiterzuentwickeln, hat die OSBA zusammen mit 14 Mitgliedsunternehmen jetzt das Forum SCS-Standards aus der Taufe gehoben. Dieser Zusammenschluss unter dem Dach der OSBA soll die bisherigen Standards verwalten, die damit zusammenhängenden Zertifizierungen vornehmen und den SCS weiterentwickeln. Das Forum ist ein Teil der OSBA, aber keine eigenständige Organisation. Eine solche für die SCS zu schaffen, steht momentan nicht auf der Agenda.
Langsam weiter
Zu den 14 unterstützenden Unternehmen gehören unter anderem B1-Systems, Dataport und SysEleven. Sie finanzieren vor allem die Arbeit des Forum SCS-Standards durch eine jährliche Zahlung. Zu Beginn stehen 257 000 Euro zur Verfügung, die in erster Linie zwei bis drei hauptamtliche Arbeitsstellen finanzieren sollen. Damit fallen die Mittel jedoch deutlich geringer aus als der Millionenbetrag des Bundes, durch den bis zu 13 Personen am SCS arbeiten konnten.
Die Zukunft verspricht dennoch Kontinuität: Der Fokus liegt weiterhin auf einer Standardisierung der Infrastructure-as-a-Service (IaaS), die langfristig über das derzeit als Fundament verwendete OpenStack hinausgehen soll. Gemäß dem RFC-Konzept will auch das Forum SCS-Standards zunächst Recommendations aussprechen, die dann bei breiter Unterstützung durch die Cloud-Anbieter als “must” in den Standard wandern. Mit dieser Strategie möchte die OSBA möglichst viele Anwender vom SCS überzeugen und im Idealfall weitere Unterstützer gewinnen. (csi/tsc)
Infos
- SCS: Einführung: Kurt Garloff, “Freiheitskämpfer”, LM 06/2024, S. 16, https://www.lm-online.de/50651
- SCS: Bewertung: Martin Gerhard Loschwitz, “Lackmustest”, LM 06/2024, S. 28, https://www.lm-online.de/50652
- SCS: KaaS: Sven Batista Steinbach, “Container-Service”, LM 06/2024, S. 34, https://www.lm-online.de/50802
- SCS und Politik: Markus Feilner, “Finanzierungsfragen”, LM 06/2024, S. 40, https://www.lm-online.de/50819






