Die Linux-Distribution Fedora soll Btrfs als Standard nutzen. Vorgeschlagen werden zudem weitere neue Storage-Lösungen.
Die Community der Linux-Distribution Fedora diskutiert derzeit einen Vorschlag eines Entwicklungsteams, wonach das System künftig das Dateisystem Btrfs als Standard nutzen soll. Bisher kommt dafür Ext4 zum Einsatz. Das ist unter anderem mit Blick auf die bisherigen Tätigkeiten des Hauptsponsors Red Hat durchaus kontrovers und wird von der Community entsprechend diskutiert. Inzwischen gibt es dazu rund 200 E-Mails.
Bereits vor einigen Jahren hat der Hauptsponsor für sein Red Hat Enterprise Linux (RHEL) den Support für Btrfs beendet. Für die aktuelle Version 8 von RHEL ist außerdem das Storage-Tool Stratis entstanden, das das XFS etwas näher an die Funktionen von Btrfs und ZFS heranführen soll. Geschehen ist das wohl, weil das Unternehmen sein Team, das an Btrfs gearbeitet hat, nicht dauerhaft halten konnte.
In der Diskussion wird nun aber angeführt, dass Fedora davon unberührt eine derartige Entscheidung treffen könne und das Dateisystem außerdem seit Jahren stabil von großen Unternehmen wie Facebook und Synology eingesetzt werde. Auch der Linux-Distributor Suse setzt für seine Produkte auf Btrfs. Hinzu kommt, dass der Vorschlag, Btrfs auf Fedora-Laptops und Workstations zu nutzen, unter anderem mit Josef Bacik auch direkt von einem der Btrfs-Entwickler unterstützt wird. Bacik arbeitet für Facebook an dem Dateisystem.
Zusätzlich zu der Nutzung von Btrfs ist für die kommenden Version von Fedora auch vorgeschlagen worden, den Storage Instantiation Daemon (SID) zu nutzen, der offenbar schon etwas länger von einem Team bei Red Hat entwickelt wird. SID soll auf Udev basieren und eine bessere Übersicht und Verwaltung über die genutzten Storage-Geräte ermöglichen. Ob oder inwiefern diese und weitere vorgeschlagene Änderungen wie der Wechsel zum Texteditor Nano tatsächlich für Fedora 33 umgesetzt werden, ist derzeit noch nicht abzusehen.




