Grafana 7.0 verbessert nicht nur die Datenvisualisierung über Dashboards und Panels. Es bereitet auch Tracing-Daten auf, vereinheitlicht das Datenmodell und erleichtert den Umgang mit Daten, die nicht aus Zeitreihen-Datenbanken stammen.
Grafana eignet sich als grafische Oberfläche für das Monitoring von Diensten. Die Software sammelt Daten aus verschiedenen Datenquellen, vor allem Time-Series-Datenbanken, und bereitet sie in übersichtlichen grafischen Panels. Die wiederum lassen sich zu Dashboards kombinieren.
Für die neue Version 7.0 versprechen die Grafana-Macher mehr Konsistenz und Benutzbarkeit für diese grafischen Oberflächen. Dabei hilft ein vereinheitlichtes Datenmodell, das es erlaubt, spezielle Datenkonfigurationen mit Attributen wie “unit”, “min”, “max” oder “thresholds” zu versehen. Das macht es möglich, Datenquellen, Konventionen, Benutzer-Standards und prioritäre Regeln einheitlicher zu definieren. Außerdem gibt es nun ein globales minimales Refresh-Intervall für Dashboards von fünf Sekunden.
Zerlegen Unternehmen ihre monolithischen Systeme in Microservices, müssen sie anschließend ihre verteilten Systeme im Auge behalten, um Flaschenhälse aufzuspüren. Das gelingt am besten über Tracing, das Grafana ab Version 7.0 mit einem neuen Tracing-Feature unterstützt. Das verfolgt Spuren anhand von Trace-IDs durch das komplette System und stützt sich dabei auf Jaeger und Zipkin als Datenquellen. Loki spürt dann zum Beispiel Trace-IDs in den Logfiles auf, die in Grafan per Mausklick in einer grafischen Trace-Timeline auftauchen.
Plug In Baby!
Ebenfalls verbessert wurden die Möglichkeiten, Plugins für Grafana zu entwickeln. Das soll nun dank einer neuen Plugin-Plattform wesentlich schneller funktionieren, wobei mehrere Komponenten helfen. So gibt es in NPM eine neue React-Komponenten-Bibliothek, die unter anderem das Integrieren von Community-Plugins in Grafana erleichtert. Ein einfaches CLI hilft Autoren, Plugins schneller aus dem Boden zu stampfen. Es warten neue und universell einsetzbare Datenformate, Nutzer dürfen zudem eine Backend-Komponente mit ihrer Datenquelle verbinden. Backend-Plugins lassen sich neuerdings auch signieren, wobei sie dann ohne die passende Signatur nicht mehr starten. Tutorials erleichtern den Einstieg für Plugin-Entwickler und -Nutzer.
Nicht zuletzt ist es nun möglich, Daten, die nicht aus einer Time-Series-Datenbank stammen, in Tabellen umzuwandeln, etwa in Form von einfachen JSON-Dateien oder Lookup-Tabellen. Dies gehöre zu den am meisten gewünschten Funktionen für Grafana und klappe nun in kurzer Zeit und ohne besonderen Aufwand. Diese Daten lassen sich dann mit anderen Daten kombinieren und zum Beispiel als Panel in ein bestehendes Dashboard einfügen. Diese so genannten Transformationen betrachten die Grafana-Entwickler als besonders sinnvoll für Benutzer mit umfangreichen Dashboards oder Teams, die komplexe Datenanfragen an Datenbanken richten möchten, die keine Zeitreihen-Datenbanken verwenden.
Auch neu ist der Panel Inspector, der einfache Transformationen von Rohdaten erlaubt. Zudem ist es nun möglich, alle Panels als CSVs herunterzuladen. Logging-Support gibt es für Logs von AWS Cloudwatch. Für Enterprise-Kunden gibt es die Option, Einblicke in den Einsatz von Grafana selbst zu erhalten. Die helfen unter anderem dabei, populäre Dashboards zu erkennen oder solche, die fehlerhaft sind. Auch erkennen Dashboard-Nutzer, wer aus dem Unternehmen auch gerade ein Auge auf ein bestimmtes Dashboard wirft. Installationsanleitungen zu Grafana 7.0 gibt es über die Webseite, die ausführlichen Release Notes warten im Community-Bereich.



