Linux 5.1-rc1 unterstützt AI-Chip und verbessert Livepatching

Seit einiger Zeit gibt es Zoff zwischen Linus Torvalds und dem Entwickler von Bcachefs, Kent Overstreet.

Am Wochenende ist die erste Vorabversion des nächsten Kernel 5.1 erschienen. Damit schließt sich auch das Merge-Window, in dem Linus Torvalds keine besonderen Vorkommnisse feststellen konnte.

Der Umfang des nächsten Kernel bewege sich laut Torvalds in den üblichen Grenzen, mehr als 60 Prozent der Änderungen betreffen Treiber. Etwas aus der Rolle falle der Treiber für Habana Labs AI Accelerator Chip (Goya), von deren Art man wohl bald mehr sehen werde. Im Pull Request schreibt auf Greg Kroah-Hartman, dass der Treiber aktuell noch in “Misc” stecke, aber zusammen mit anderen seiner Art wohl in einem eigenen Verzeichnis landen werde.

Jahr 2038

Daneben hat Thomas Gleixner weitere Updates geschickt, um das 2038-Problem zu lösen: Die Unix-Zeit in Sekunden läuft bekanntlich seit dem 1. Januar 1970 und verwendet zum Speichern des Timestamp eine vorzeichenbehaftete 32-Bit-Binary-Integer. Das führt dazu, dass sich Datumsabgaben, die nach 03:14:07 UTC am 19. Januar 2038 liegen, nicht abbilden lassen. Die Zeit springt auf den 13. Dezember 1901 um.

Von Gleixner kommt auch ein Patch für die Logik des NOHZ Scheduler: Der weckt nun CPUs nicht mehr auf, so lange die Kapazität der aktuell beschäftigten CPUs genügt. Zudem liefern seine Patches einige weitere Verbesserungen für ARMs Big.Little.

Dateisysteme

Für Ext4 gibt es ein neues Feature, dank dem Nutzer den JBD2-Journal-Thread für ein bestimmtes Ext4-Dateisystem einfacher finden. Dafür wurden Informationen zum “journal_task” in Sysfs ergänzt. Btr-FS unterstützt nun die Kompressions-Level von Zstd. Dafür wurde auch das Compression Workspace Management überarbeitet. Ein neuer “ioctl”-Systemaufruf hilft dabei, ein Gerät von einem Modul abzumelden. Und Quota Groups durchläuft bei Relocations nicht mehr den kompletten Device Tree, sondern spart die unveränderten Teile aus, was die Laufzeit um 20 Prozent verbessere.

Livepatching und DRM

Die Patches für das Livepatching umfassen diesmal “Atomic Replace”. Das soll wesentlich besser mit kumulativen Patches, die aufeinander aufbauen, zurechtkommen und sei insbesondere in Distributionen höchst sinnvoll. Auch am Umgang mit Tasks, die einer Finalisierung im Wege stehen, haben die Livepatching-Entwickler geschraubt.

Von David Airlie kommen einige DRM-Patches für die freien Grafiktreiber. Noveau unterstützt nun Heterogeneous Memory Management (HMM), ein neues Kernel-Subsystem, das es dem System erlaubt, Peripheriegeräte mit eigener Speicherverwaltung zu verwalten. Vor knapp einem Jahr, im März 2018, stellte Jérôme Glisse ein erstes HMM-Patch für Nouveau zur Diskussion. Daneben soll Multistream für Displayport zuverlässiger arbeiten und aktiviert der Intel-Treiber “i915” nun standardmäßig Fastboot auf Skylake-Architekturen.

Bis Kernel 5.1 final ist, wird es wohl noch einige Wochen dauern. Die Vorabversionen finden sich zu Testzwecken auf Kernel.org oder in Linus Git-Repository.

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