Für Linux 5.0 hatte das Team der Kernel-Entwickler eine Extrarunde gedreht und eine RC-8 veröffentlicht. Nun aber ist Linux 5.0 in trockenen Tüchern, wobei die runde Nummer nicht auf besondere Highlights verweise.
Laut Ankündigung habe sich der Fehler, wegen dem Torvalds und Co. mit dem RC-8-Release eine Extrarunde eingelegt haben, als weniger schwerwiegend herausgestellt als ursprünglich angenommen. Er sei von einer nicht initialisierten Variable verursacht worden. Die weiteren Bugfixes seien nicht bedeutend genug, um eine weitere Verzögerung zu rechtfertigen.
Zu den Features im neuen Kernel gehören unter anderem der Support für Freesync in AMDGPU, was dynamische Refresh Rates für LCD-Monitore erlaubt. Das senke die Latenz und erlaube ein flüssiges und stotterfreies Nutzererlebnis. Nouveau unterstützt künftig die Gforce-RTX-2000-Karten von Nvidia, dafür wurde nun ein erstes Fundament implementiert. Die Adiantum-Verschlüsselung ist in “fscrypt” gelandet. Es gibt neuerdings wieder Swap-Dateien in BTR-FS, und Binder-FS erlaubt es, mehrere Instanzen von Android zu starten.
Neuer Code von Intel soll zudem künftig DMA-Attacken auf Thunderbolt-3-Schnittstellen erschweren. So arbeitet Intel daran, über IOMMU den Speicherereich zu begrenzen, in den Thunderbolt-Geräte schreiben dürfen. Ein neu eingeführter Cpuset Resource Controller in Cgroups V2 erlaubt es, eine feingranulare CPU- und Memory-Platzierung für Jobs umzusetzen. Nicht zuletzt ziehen Multiple Queue Maps in Blk-mq ein.
Auch im ARM- und Power-Bereich hat sich etwas getan. Für die Big-Little-Architektur gibt es nun mit EAS ein energiebewusstes Scheduling, das sich an dem von Android orientiert. Linux 5.0 unterstützt zudem neben dem NXP I.MX8 auch einige andere SoCs, die Power-Prozessoren von NXP sind zudem gegen die Spectre-Schwachstelle geschützt. Der Code für den Touchscreen des Raspberry Pi steckt jetzt im Mainline-Kernel.
Über die Änderungen an Kernel 5.0 im Detail und was sie bewirken, informieren die nächsten Kernelnews im Linux-Magazin.


