Digikam 6 verwaltet Videos wie Fotos und bindet Webdienste besser ein

Digikam 6.0.0 verwaltet Videodateien wie Fotos, bindet Webdienste besser ein und erzeugt automatische Crash-Reports für Windows.

Eine Hauptkomponente von Digikam, um die Metadaten von Bildern auszuwerten, ist Exiv2. Das unterstützt Digikam 6.0.0 nun in Version 0.27. Diese ändert bei Bedarf die Exif-, IPTC- und XMP-Metainformationen in Bildern. Ein eingebautes Time-Adjust-Tool erlaubt es, die Zeitstempel von Bildern zu modifizieren, ohne dafür den Batch-Queue-Manager einsetzen zu müssen.

Da Digikam unter Windows immer populärer wird, trudeln auch mehr Bug Reports ein. Das sei laut dem Blogpost so, weil die Windows-Nutzer zunehmend auch die fortgeschrittenen Features von Digikam verwenden. Stürzt Digikam dabei ab, sammelt neuerdings Drmingw die technischen Crash-Informationen und schickt sie an die Entwickler. Das erspart Nutzern unter Windows den Einsatz eines Debuggers.

Videos wie Bilder verwalten

Lange von Nutzern gewünscht, ist ein neues Feature in Digikam eingezogen: Videodateien lassen sich nun wie Fotos verwalten. Exiv2 ist noch nicht in der Lage, reibungslos Metainformationen aus Videos zu extrahieren. Abstürze waren häufig. QtAV ist die Lösung für den Umgang mit Videodateien, für die sich das Digikam-Projekt am Ende entschieden hat. Das setzt im Hintergrund auf das verbreitete Ffmpeg, das sich in Tests als stabil erwies. Digikam 6.0.0 erzeugt zugleich Thumbnails der Videos und spielt diese auch ohne Hilfe externer Software ab.

Auch den Umgang mit Alben gestaltet Digikam nun komplexer: Die Software generiert automatisch Unteralben, in denen sich nur die Fotos in einem bestimmten Dateiformat befinden oder jene, die in einem bestimmten Monat geschossen wurden. Nutzen lässt sich diese neue Möglichkeit über den Menüpunkt “View | Separate Items”. Die Werkzeug für den Export von Bildern in Webdienste stehen im neuen Digikam überall zur Verfügung. Das bedeutet, Bilder lassen sich nicht nur aus der Albenansicht heraus exportieren, sondern auch aus der Bildbearbeitung, dem Lichttisch und Showfoto. Auch an einer verbesserten Ähnlichkeitssuche haben die Entwickler gearbeitet.

Mehr RAW-Formate

Anders als Jpeg ist das RAW-Format kaum standardisiert und erzeugen alle Kamerahersteller ihre RAW-Bilder nach eigenem Gutdünken. Das macht es besonders schwer, dieses Format zu unterstützen. Digikam 6 bringt nun Support für Libraw 0.19 mit, die 200 neue RAW-Formate unterstützt. Darunter die für Smartphones von Apple und Samsung, aber auch für Kameras von Canon, Nikon oder Leika, die komplette Liste steht in der Ankündigung.

Nicht zuletzt profitiert auch Digikam 6 von Googles Summer-of-Code-Projekten. Authentifizierungen bei Webdiensten klappen nun über O-Auth2, darunter die für Facebook, Google Drive und Google Photos. Es gibt neue Tools für die Dienste Pinterest, One Drive und Box. Weitere Details zur neuen Version liefert die verlinkte Ankündigung. Verschiedene Pakete, um die Software zu installieren, finden sich auf KDE.org. Für Linux-Nutzer stehen dort Appimage-Dateien und der Quellcode bereit.

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