Die Macher der No-SQL-Datenbank Mongo DB haben deren Lizenz gewechselt. Sie tauschen die AGPLv3 gegen die selbst entwickelte Server Side Public License (SSPL) ein. Ein Blogpost erklärt das Warum.
Die SSPL soll laut der Ankündigung vor allem dafür sorgen, dass Nutznießer der Mongo-DB-Software eigenen Quellcode an die Community zurückgeben. Anstatt die Bedingungen der AGPL vor Gericht durchzusetzen, wolle man sich lieber auf das eigene Produkt konzentrieren. Die neue Lizenz soll die mit Mongo DB verknüpften Lizenzregeln für Anbieter von Software as a Service deutlicher machen. Sie gilt ab dem 16. Oktober 2018 für alle Mongo-DB-Versionen und Patches.
In der Liste der offiziellen Open-Source-Lizenzen von der Open Source Initiative taucht die Lizenz (bislang) nicht auf. Sie stammt von den Mongo-DB-Entwicklern selbst, basiere aber nach deren Aussage auf der GPLv3, gewähre Mongo-DB-Nutzern dieselben Freiheiten wie bisher und liege der OSI zur Begutachtung vor.
AGPL-Probleme
An sich, schreibt Eliot Horowitz von Mongo DB, seien die Regeln der AGPL klar: Wer AGPL-Software einsetze, müsse auch den Management-Stack, der für den Betrieb der Software sorgt, unter die AGPL stellen. Das Problem sei, dass vor allem die großen Cloud-Anbieter inzwischen die Grenzen dieser Bedingungen vor Gericht austesten, um zwar den Mehrwert mitzunehmen, aber wenig oder nichts an die Community zurück zu geben.
Weil man weiterhin Open-Source-Software herstellen wolle, habe man sich entschieden, die Lizenz anzupassen und die Bedingungen vor allem für Nutzer aus dem Software-as-a-Service-Spektrum deutlicher zu formulieren. Dazu habe man in den Lizenztext eine entsprechende Passage eingebaut, den kompletten Text gibt es hier. Demnach müssen Anbieter, die Mongo DB künftig öffentlich anbieten, auch den Code der Infrastruktur, auf der die Mongo DB läuft, öffentlich verfügbar machen:
“Service Source Code” means the Corresponding Source for the Program or the modified version, and the Corresponding Source for all programs that you use to make the Program or modified version available as a service, including, without limitation, management software, user interfaces, application program interfaces, automation software, monitoring software, backup software, storage software and hosting software, all such that a user could run an instance of the service using the Service Source Code you make available.
Horowitz zeigt sich überzeugt, dass die Lizenz dem eigenen Business hilft und der gesamten Mongo-DB-Community. Vermutlich ist seine Überlegung, dass Unternehmen den Dienst in diesem Fall lieber kommerziell nutzen, als den gesamten Sourcecode zu veröffentlichen. Oder dass, wenn sie den Code veröffentlichen, mehr Innovation zurück in das Ökosystem fließt.
Mongo DB ist dabei nicht das erste Projekt, das mit dem Einsatz der eigenen Software in kommerziellen Produkten unzufrieden ist. Einige Redis-Entwickler änderten kürzlich die Lizenz für ihre Module aus ähnlichen Gründen.




