Red Hat holt Jboss auf Amazon EC2

Das Linux-Unternehmen Red Hat bietet auf der SaaS-Plattform von Amazon nun auch den Java-Application-Server Jboss an.

Seit Neuestem können Kunden des Amazon-Webservices EC2 auch den Jboss-Server von Red Hat benutzen, um Java-Webanwendungen zu entwickeln und zu betreiben. Der Jboss Application Server ist eine Implementierung von Java EE, die Spezifikation einer Softwarearchitektur für die transaktionsbasierte Ausführung von Java-Anwendungen. Alternative Implementationen sind zum Beispiel der Websphere Application Server von IBM oder der Glassfish-Server von Sun.

Amazon addressiert mit dem SaaS-Dienst EC2 (Elastic Cloud Computing), der zu den Web-Services von Amazon gehört, Unternehmen, die ihre IT-Infrastruktur webbasierte als “Computerwolke” verwirklichen wollen. Damit einher geht das Vesprechen bedarfsorientierter Skalierung der Software in Rechenleistung und Preis (bezahlen, was man benutzt). Bei Amazon oder auf der entsprechenden Red-Hat-Seite erwirbt der Interessierte die Lizenz zum Wolkenrechnen, die als Grundgebühr bei 19 US-Dollar pro Monat kostet und Nutzungszeit sowie Datenvolumen extra berechnet. Eine detaillierte Preisübersicht gibt es auf der EC2-Seite bei Amazon, eine klare Darstellung der Programme innerhalb von EC2 sucht man jedoch vergeblich. Bislang hat Amazon neben Red Hat Enterprise Linux auch Suns Open Solaris als verfügbares Betriebssystem verkündet, jetzt den Jboss-Server, sowie vor einiger Zeit die Einbindungsmöglichkeit von MySQL-Datenbank im Falle einer MySQL-Enterprise-Subscription. Ist man akkreditiert, kann man sich entweder ein eigenes sogenanntes Amazon Machine Image (AMI) mit dem gewüschten OS- und Anwendungs-Setup zusammenstellen, oder man greift auf bereitliegende Images mit beispielhaften Zusammenstellungen zurück.

Den Linux-SaaS von Red Hat gibt es seit November letztes Jahres (Meldung). Er befindet sich immer noch im Beta-Status. Im Februar 2008 stellte Red Hat ein Maßnahmen-Paket für die 2006 gekauften Jboss-Plattform vor (Linux-Magazin Online berichtete). In der Pressemitteilung zu Jboss und Amazon EC2 bezieht sich das Unternehmen auf diese Initiative, die Jboss im Geschäftsbereich populärer machen soll, und nimmt sich gleichzeitig des SaaS-Trends an.

Update: Im Moment können Kunden das Angebot nur mit einer Kreditkarte erwerben, die mit einem amerikanischen Konto arbeitet. Auf Nachfrage von Linux-Magazin Online sagte ein Sprecher von Red Hat, dass von Amazon abhänge, wann das Cloud-Computing-Angebot auch in anderen Ländern angeboten wird und wann es das Beta-Stadium verlässt.

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