Angetestet: KDE 4 RC2 lässt hoffen

Das KDE-Projekt hat den zweiten Release Candidate von KDE4 veröffentlicht. Im Kurztest macht der einen besseren Eindruck als der reichlich unfertig wirkende erste Kandidat. Den RC2 gibt es in zwei Varianten: Als Suse-Live-Version "KDE Four Live" und in Form von Kubuntu.

Nach dem angenehm schnellen Start von Kubuntu bevölkern das Startmenü noch immer viele Fragezeichen anstatt der da hingehörenden Programmsymbole. Der neue Desktop Plasma ließ sich zwar schon besser einrichten als beim Release-Candidate 1, doch stürzten die Desktop-Applets mehrfach ab und ließen mitunter das ganze System einfrieren. Den KPDF-Nachfolger Okular sucht der Tester vergebens. Der Konqueror verhält sich gelinde gesagt komisch, wenn er denn überhaupt startet: Nur über die Kommandozeile war er dazu zu bewegen, der Aufruf aus dem Menü heraus schlug fehl. Da auch Gwenview und Amarok in der neuen Version nur durch Abwesenheit glänzten, fällt das Zwischenfazit eher düster aus: Im Vergleich zum RC 1 zeigt KDE4 RC2 unter Ubuntu zwar ein paar Verbesserungen, ist aber von der “Serienreife” weit entfernt.

Dass dies ein vorschnelles Urteil sein könnte, zeigt die Opensuse-CD.. Hier dauerte der Start ein wenig länger. KDE 4 überraschte dann aber mit einem fast vollständig bebilderten Startmenü und der versprochenen Anwendungsvielfalt. Alle Programme, die in Kubuntu noch fehlten – etwa Okular, Amarok, das neue KOffice und Kontact – waren vorhanden und funktionierten zufriedenstellend. Doch auch hier lief nicht alles völlig reibungslos: Der Konqueror renderte nicht alle Webseiten wie gewünscht und verabschiedete sich ab und an grußlos. Auch andere Anwendungen neigten das ein oder andere Mal zu diesem Verhalten – bis zum Final Release gibt es noch was zu tun.

Trotz einiger Macken verdient Release Candidate 2 letztlich aber ein deutlich besseres Zeugnis als das im November begutachtete System. Halten die KDE-Entwickler das vorgelegte Tempo aufrecht – bereinigen sie also fehlerhafte Bereiche, ergänzen sie fehlende Applikationen wie Raptor und stabilisieren sie die gesamte Desktopumgebung – darf man auf einen glücklichen – wenn auch verspäteten – Start im Januar hoffen.

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