
Abbildung 1: Die Linux New Media Awards in Serie (links). Eva Brucherseifer (Mitte) vom KDE e.V. gratulierte Canonical und dem Ubuntu-Projekt zur ausgezeichneten Zusammenarbeit. Jon „Maddog“ Hall (rechtes Bild) überreicht Klaus Knopper den Sonderpreis „Outstanding Contribution to Linux/Open Source/Free Software“.
Die Mixtur aus Kommerz und Community gilt im Open-Source-Bereich als polarisierendes Thema. Grund genug, um bei den Linux New Media Awards erstmals einen Preis für die verträglichste Kombination aus kommerziellem Unternehmen und Community auszuloben.

Abbildung 1: Die Linux New Media Awards in Serie (links). Eva Brucherseifer (Mitte) vom KDE e.V. gratulierte Canonical und dem Ubuntu-Projekt zur ausgezeichneten Zusammenarbeit. Jon „Maddog“ Hall (rechtes Bild) überreicht Klaus Knopper den Sonderpreis „Outstanding Contribution to Linux/Open Source/Free Software“.
Die Kölner Messe war die Bühne für die Verleihung der Awards bei der Linux World Expo. Den über 200 internationalen Juroren oblag es zuvor, in sechs Kategorien ihre Stimme abzugeben und dort Herausragendes zu würdigen. Die Linux New Media AG [http://www.linuxnewmedia.de], Herausgeberin des Linux-Magazins, vergibt die Preise (Abbildung 1, links) seit dem Jahr 2000.
Das Preisgericht setzte sich zusammen aus Mitgliedern der Open-Source-Bewegung, Buchautoren, Journalisten, Behörden- und Industrievertretern (siehe Kasten “Die Jury 2006”). Wie üblich haben sich einige Preiskategorien verändert, um aktuelle Entwicklungen widerzuspiegeln, beispielsweise in den Auszeichnungen für Virtualisierungslösungen und Spam-Bekämpfung.
Spezialist
Live-CDs gibt es für jede Lebenslage und Klaus Knopper gilt vielen als ihr Vater. Linux-Urgestein Jon “Maddog” Hall überreichte (Abbildung 1, rechts) ihm den Sonderpreis “Outstanding Contribution to Linux/Open Source/Free Software”. Die Knoppix-Live-Scheiben helfen neue Benutzer für Linux zu begeistern, lobte Maddog. Klaus Knopper blieb bescheiden, er sei seit Kindesbeinen ein Tüftler, das weite Feld der freien Software biete für diese Zwecke eine geradezu ideale Umgebung.
Wikipedia-Mäzen Jimmy Wales belegt Platz zwei. Die Mozilla Foundation und das für den Open Document Standard zuständige Gremium OASIS [http://www.oasis-open.org/home/index.php] teilen sich Platz drei. Das Ringen um einen freien Dokumenten-Standard war 2006 ein wichtiges Thema. Die Mozilla Foundation hat Firefox 2.0 vom Stapel gelassen und zwei Millionen Downloads in 24 Stunden erreicht.
Mautbrücke
Die “Best Combination of Community and Commerce” bieten Ubuntu und Mark Shuttleworths Firma Canonical, wie Laudatorin Eva Brucherseifer vom KDE e.V. verkündete (Abbildung 1, Mitte). Shuttleworth ließ das Publikum in einer Grußbotschaft wissen, dass die Community Kern des Erfolgs von Ubuntu sei. Das norwegische Unternehmen Trolltech und die Entwickler des Linux-Desktops KDE belegen den zweiten Rang. Red Hat/Fedora und Novell/Open Suse folgen abgeschlagen auf den Plätzen. Dabei fiel die Entscheidung der Juroren bereits vor der Bekanntgabe des Abkommens zwischen Microsoft und Novell. Die überraschende Verbrüderung sorgte in der Community teils für entrüstete Kommentare und hätte Novell wohl schlechter abschneiden lassen.
Dass Xen (Platz eins) und VMware sich bei den Virtualisierungslösungen in den Vordergrund spielen, war abzusehen. VMware gilt als eine Art Platzhirsch, wenn es um Virtualisierung geht. Die Xen-Lösung hat sich durch die Integration in namhafte Linux-Distributionen Popularität verschafft. Der dritte Platz für den unter der LGPL lizenzierten Emulator Qemu kommt überraschend. Immerhin schickt Qemu damit OpenVZ, Linux Vserver, Parallels und User Mode Linux auf hintere Plätze.
Schwergewichte
IBM konnte zum zweiten Mal in Folge den ersten Rang in der Kategorie “Linux-freundlichste Hardware” erobern. Die Plätze dahinter belegen die beiden CPU-Hersteller AMD und Intel. Intel hat damit erstmals einen Treppchenplatz erreicht und den Vorjahresdritten Hewlett-Packard verdrängt. Die im laufenden Jahr verstärkte Zusammenarbeit der beiden CPU-Hersteller mit Open-Source-Entwicklern dürfte dazu beigetragen haben: AMD hat in Dresden mit dem “Operating System Research Center” (OSRC) ein eigenes Labor zur Optimierung seiner Chips für Betriebssysteme – auch Linux – aufgebaut. Intel veröffentlichte unter anderem 3D-Treiber [http://intellinuxgraphics.org] für seine PCI-Express-Chipsätze.
Zu einem ähnlichen Schwergewicht bei der Preisverleihung avancierte Ubuntu. Die Jury befand das “Linux for human beeings” als die mit Abstand benutzerfreundlichste Linux-Distribution, der KDE-Ableger Kubuntu auf Platz zwei untermauerte die Entscheidung.
Das Spamassassin-Team dankte mit einem Gruß aus der Ferne für den ersten Platz und ließ wissen: Ohne das Linux-Open-Source-Ökosystem hätte Spamassassin nicht gewinnen können.
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Linux New Media |
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Most Linux-friendly Hardware Vendor |
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1. IBM 23 % |
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2. AMD 17 % |
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3. Intel 14 % |
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Best Virtualization Solution |
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1. Xen 38 % |
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2. VMware 35 % |
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3. Qemu 10 % |
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Best Linux-based Anti-Spam Solution |
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1. Spamassassin 69 % |
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2. Bogo Filter 11 % |
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3. Kaspersky Anti-Spam 8 % |
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Most User-friendly Linux-Distribution |
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1. Ubuntu 27 % |
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2. Kubuntu 13 % |
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3. Open Suse 11 % |
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Best Combination of Community and Commerce |
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1. Canonical/Ubuntu 21 % |
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2. Trolltech/KDE 17 % |
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3. MySQL/MYSQL-Community Edition 13 % |
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Outstanding contribution to Linux/Open Source/Free |
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1. Klaus Knopper 12 % |
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2. Jimmy Wales 10 % |
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3. Mozilla Foundation 9 % |
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3. OASIS (ODF) 9 % |
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Die Jury 2006 |
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Für ein kompetentes Votum braucht es erfahrene Juroren – und die finden sich am einfachsten dort, wo Linux und Open-Source-Produkte im Einsatz sind: in der Community, in Industrie und Behörden sowie unter den zahlreichen Experten der IT-Szene. Gemeinsam mit den Redaktionen von “Linux-Magazin”, “LinuxUser” und “EasyLinux” sowie jenen der fünf ausländischen Linux-Zeitschriften der Linux New Media AG gaben rund 200 Personen aus dem gesamten Spektrum in diesem Jahr ihre Stimme ab. In einem zweistufigen Verfahren wählten sie aus der Liste der Kandidaten jene aus, die in den vergangenen zwölf Monaten durch besondere Aktivität oder Originalität auffielen. Unter anderen waren in der Jury vertreten: Horst Bräuner ist EDV-Koordinator der Stadt Schwäbisch Hall, die als eine der ersten Kommunen auf Linux umstellte. Joe Casad hat zahlreiche IT-Fachbücher geschrieben. Seit 2004 ist er zudem Chefredakteur des englischsprachigen “Linux Magazine”. Alan Cox ist altgedienter Kernelhacker und nimmt selten ein Blatt vor den Mund. Er arbeitet für Red Hat, lebt in Wales und schreibt sein Tagebuch auf Walisisch. J.D. Frazer ist wahrscheinlich besser unter seinem Künstlernamen Illiad bekannt. Er ist der Schöpfer der Cartoon-Reihe “User Friendly”, die sich mit der Welt der Unix- und Open-Source-Geeks beschäftigt. Heike Jurzik arbeitet bereits seit 1996 mit Linux und schreibt als freie Journalistin für deutsche und englische Computerzeitschriften. Michael Kofler aus Graz ist der Autor eines Linux-Buchs, das umgangssprachlich als “der Kofler” bekannt ist. Es erscheint mittlerweile in der siebten Auflage und hat unter den deutschsprachigen Linux-Anwendern den Ruf eines Standardwerks. Anke Börnig arbeitet als freiberufliche Trainerin für Linux-Kurse und leitet Workshops zur Vorbereitung auf die LPI-Level-2-Zertifizierung. Yuwei Lin forscht an den Universitäten York und Amsterdam und hat dabei soziale und wirtschaftliche Aspekte freier Software zum Gegenstand gemacht. Jutta Horstmann war für das technische Projektmanagement des “Linux Usability Report 2003” und den Launch des “OpenUsability.org”-Portals verantwortlich. Mit ihrer Firma Data in Transit bietet sie IT-Dienstleistungen rund um Open-Source-Software an. Peter Pfläging arbeitet bei der Stadt Wien im Bereich Netzwerk und Security. Dort setzt er bereits seit vielen Jahren auf Open-Source-Software. Florian Schießl ist Angestellter der Stadt München und arbeitet an der derzeit laufenden Linux-Migration der städtischen Arbeitsplatzrechner. Franz Schmid kennt die Formate Postscript und PDF inzwischen auswendig – er entwickelt das freie Desktop-Publishing-Programm Scribus. Tom Schwaller war einer der Gründungsväter der Linux New Media AG und dabei auch der erste Chefredakteur des Linux-Magazins. Er beschäftigt sich gegenwärtig bei IBM mit Linux-Clustern. Nils Magnus ist als Mitgründer und Organisator des Linuxtags sowie als Referent, Autor und Publizist der Freien-Software-Bewegung verbunden. Ole-Björn Tuftedal ist Chief Technology Officer in der IT-Strategieabteilung der norwegischen Stadt Bergen, die sich 2004 für die Migration zu Linux entschied. Volker Lendecke entwickelt seit 1994 aktiv am Samba-Projekt mit und gründete mit zwei weiteren Mitstreitern die Sernet GmbH. Gerhard Hliwa ist IT-Leiter beim Bayerischen Obersten Rechnungshof (ORH) und hat dort die Umstellung auf Linux und freie Software verantwortet. Harald Milz war bei Suse, IBM und dem Linux-Magazin tätig, jetzt ist er Senior Consultant und Teamleiter Open Source Solutions bei der Computacenter AG. |




