Nach sechs Jahren endet die PDFreaders-Kampagne der Free Software Foundation Europa (FSFE). Man habe über 1000 öffentliche Webseiten davon überzeugt, ihre Werbung für proprietäre PDF-Reader einzustellen.
“Was würden Sie davon halten, wenn es auf der Autobahn ein Schild gäbe, auf dem stünde: ‘Sie müssen einen Volkswagen besitzen, um auf dieser Straße zu fahren. Kontaktieren Sie Ihren Volkswagen-Händler für eine kostenlose Probefahrt. – Ihre Regierung’?” Mit diese, etwas hinkenden, Vergleich hat die FSFE seit 2009 öffentliche Verwaltungen aufgefordert, Werbung für proprietäre PDF-Reader (in der Regel für Adobes Acrobat Reader) von ihren Webseiten zu entfernen. Nun endet die Kampagne und die FSFE zieht ein Resümee.
In einer großen Liste hatte die Organisation 2104 Webseiten zusammengetragen und angeschrieben, die Werbung für proprietäre PDF-Reader machen. Sie wurden dann gebeten, die Links zu den proprietären PDF-Readern zu entfernen, zugleich wies die FSFE auf freie Alternativen hin. Mehr als die Hälfte der Sites (53 %) haben auf die Anfragen reagiert und die Banner für den Acrobat Reader von der Seite entfernt, einige haben auch Links auf freie Alternativen ergänzt.
Eine Petition für ein Ende der Werbung für proprietäre Softwareprodukte auf Regierungswebseiten haben 90 Organisationen, 63 Unternehmen und 2731 Personen unterzeichnet. Daneben weist die FSFE in ihrem Resümee auf weitere politische Auswirkungen ihrer Kampagne hin. So hat die Bundesregierung FSFE-Material in ihren Migrationsleitfaden integriert und hat sich das EU-Parlament bei der EU-Kommission über die Lage in Sachen PDF-Werbung informiert. Ein weiterer wichtiger Schritt, der allerdings nicht unbedingt auf die FSFE-Kampagne zurückgehe, sei Googles Entscheidung, den Quellcode von Chromes PDF-Betrachter offenzulegen. Insgesamt also, so die FSFE, gehöre die PDFreaders-Kampagne zu ihren erfolgreichsten.






