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Gnome User And Developer European Conference (GUADEC) 2005

Fett und fast zufrieden

von Oliver Frommel
Erschienen im Linux-Magazin 2005/08

Bei der diesjährigen Gnome-Benutzer und -Entwicklerkonferenz GUADEC standen die Verbesserung der Usability und die Beschleunigung des Gnome-Desktops im Mittelpunkt.


Abbildung 1: Links: Novell demonstriert auf der GUADEC das Portable Usability Lab. Mitte: Dreamworks produzierte schon mehrere Animationsfilme ausschließlich mit Linux. In "Madagascar” spielen auch Pinguine eine tragende Rolle. Rechts: Ubuntu-Förderer Mark Shuttleworth legt seine Pläne für die kommende Release Breezy Badger dar.



Abbildung 1: Links: Novell demonstriert auf der GUADEC das Portable Usability Lab. Mitte: Dreamworks produzierte schon mehrere Animationsfilme ausschließlich mit Linux. In "Madagascar” spielen auch Pinguine eine tragende Rolle. Rechts: Ubuntu-Förderer Mark Shuttleworth legt seine Pläne für die kommende Release Breezy Badger dar.



Abbildung 1: Links: Novell demonstriert auf der GUADEC das Portable Usability Lab. Mitte: Dreamworks produzierte schon mehrere Animationsfilme ausschließlich mit Linux. In "Madagascar” spielen auch Pinguine eine tragende Rolle. Rechts: Ubuntu-Förderer Mark Shuttleworth legt seine Pläne für die kommende Release Breezy Badger dar.

Nach einigen mondäneren Stationen wie Paris und Barcelona machte die Jahr für Jahr wandernde europäische Gnome-Benutzer- und -Entwicklerkonferenz GUADEC vom 29. bis 31. Mai in Stuttgart Halt [1]. Vier parallele Vortragsstrecken sorgten dafür, dass zu jeder Zeit für alle Interessen etwas geboten war. Häufig waren die Räume bis auf den letzten Platz gefüllt, so schon bei der ersten Präsentation durch Keith Packard von Freedesktop.org. Eine spezielle Vortragsreihe widmete sich aktuellen Gnome-Multimedia-Anwendungen wie dem Video-Editor Pitivi, dem Fluendo-Streaming-Server sowie den Video-Codecs Theora (von Xiph) und Dirac (BBC).

Besser

Die unterhaltsamsten Vorträge hielten die selbst ernannten Primaten von Ex-Ximian, die heute für Novell arbeiten. Neben der üblichen Werbung für das Framework Mono forderte Miguel de Icaza in seiner Keynote, den Gnome-Desktop endlich benutzbar zu machen. Das Projekt hat zwar schon einige Zeit die viel gerühmten Human Interface Guidelines und eine Usability-Studie vorzuweisen, die Sun bei der Migration von CDE zu Gnome durchgeführt hatte. Eine aktuelle Studie, die Novell für KDE und Gnome in verschiedenen Ländern durchgeführt hat, habe aber gezeigt, dass Gnome nur schwer zu benutzen sei. Der Versuchsaufbau ihres Portable Usability Lab, bestehend aus einem Laptop, mehreren Kameras und einem Aufnahmegerät, war auf der GUADEC zu besichtigen (Abbildung 1). Damit Gnome endlich auch als Plattform für migrierende Windows-Entwickler interessant wird, müsse in jedem Fall die Dokumentation verbessert werden, so Icaza. In seinem Werben um Entwicklermassen zitierte er sogar Microsofts Steve Ballmer in dem Aufruf nach ßDevelopers, developers, developers” [2] Ð allerdings schrie er dabei weder, noch brach er in Schweiß aus.

Schneller

Kernel-Programmierer Robert Love wünschte sich mehr und bessere Tools zur Performance-Messung unter Linux. Damit sollen Anwendungsentwickler leichter problematische Stellen in ihrem Code finden, um so den Gnome-Desktop zu beschleunigen. Er beschrieb außerdem neue Features des Linux-Kernels, mit denen die Desktop-Entwickler schnelleren Code schreiben können [3]. Recht viel Entwicklungsarbeit am Gnome-Desktop verrichten dieser Tage die Angestellten großer Linux-Firmen wie Red Hat oder Novell/Suse. Die Popularität der Gnome-basierten Ubuntu-Distribution trägt zusätzlich zu diesem Entwicklungsschub bei: Mehr als eine Million Ubuntu-CDs wurden schon versandt, ganz abgesehen von den Downloads. So war es konsequenterweise Jeff Waugh von Ubuntu, der das Ziel eines zehnprozentigen Marktanteils von Gnome im Jahr 2010 vorgab. Sein Chef, Ubuntu-Förderer Mark Shuttleworth (Abbildung 1), präsentierte die Pläne für die kommende Ubuntu-Release Breezy Badger: Sie soll sich verstärkt auf mobiles Computing (ßmobile space”) ausrichten und deshalb auf einem Laptop richtig abgehen (ßfly on a laptop”).

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