Namenskonventionen
Für die Konfiguration bietet Udev zwei Eingriffspunkte: In »/etc/udev/rules.d/« befinden sich Dateien mit Regeln zur Namensvergabe für die Device Nodes, in »/etc/udev/permissions.d« stehen die Zugriffsrechte. Die Regeln, die Udev mitliefert, erzeugen Device Nodes mit den von Linux bereits bekannten Namen - siehe Abbildung 2.
Für die Namensvergabe spezifizieren diese Regeln, welche Variablen zutreffen müssen, und den resultierendem Namen. Ein Eintrag für USB-Drucker lautet beispielsweise:
BUS="usb", KERNEL="lp[0-9]*",
NAME="usb/%k"
Wenn das Gerät am Bus »usb« hängt und der interne Kernelname »lp« mit beliebiger Nummer ist, setzt Udev den Namen aus »usb/« und dem Kernelnamen zusammen. So ähnlich sind die meisten Regeln aufgebaut. Allerdings können sie auch externe Programmaufrufe enthalten, die ebenfalls als Bedingung gelten. Nur wenn der Aufruf das gewünschte Ergebnis liefert, führt Udev die anschließend aufgeführten Aktionen aus.
Die Manpage enthält ein Beispiel für IDE-CD-ROMS, es untersucht, ob ein entsprechendes »/proc«-Verzeichnis exis-tiert, in dem das Gerät als CD-ROM ausgegeben ist:
KERNEL="hd[a-z]", PROGRAM="/bin/cat
/proc/ide/%k/media", RESULT="cdrom",
NAME="%k", SYMLINK="cdrom%e"
Hierbei gibt Udev für alle Geräte, deren Name mit »hd« beginnt, mit »/bin/cat« den Inhalt der entsprechenden »media«-Datei aus, also zum Beispiel »/proc/ide/hda/media« für das erste IDE-Gerät. Enthält diese Datei den Text »cdrom«, behält Udev die Gerätedatei bei (»NAME="%k"«), legt aber zusätzlich einen symbolischen Link »cdrom« an. Der Eintrag »%e« spezifiziert die nächste freie Dezimalzahl, falls eine gleichnamige Datei schon vorhanden ist. So entstehen symbolische Links in der folgender Form:
/dev/cdrom -> hdc
/dev/cdrom1 -> sr0
Mit Hilfe eindeutiger Geräteseriennummern lassen sich stabile Namen erreichen - unabhängig von der Anschluss- oder Einschaltreihenfolge:
BUS="usb", SYSFS_serial="W090902071012413
30", NAME="lp-kyocera"
Rechtevergabe mit Udev
Die Regeln für die Rechte in »/etc/udev/ permissions.d« bestehen aus einer durch Doppelpunkte getrennten Tabelle mit Namen, Besitzer, Gruppe und den Zugriffsrechte selbst:
usb/lp*:root:lp:0660
Alle Gerätedateien mit Namen »usb/lp*« gehören dem Benutzer »root« und der Gruppe »lp«. Die Zugriffsrechte selbst »0600« sind im Oktalformat angegeben. Beim Systemstart initialisiert Udevstart die Nodes für die ganze im Rechner befindliche Hardware. Es iteriert über die Dateien in »/sys/class« und »/sys/block« und ruft jeweils »udev« auf. Distributionen wie Fedora simulieren beim Start dafür Hotplug-Events.
Es ist recht aufwändig, Udev auf Live- oder Installations-CDs zu verwenden. Die statischen Gerätedateien waren einfach da, während DevFS beim Booten die richtigen Nodes in einem virtuellen Dateisystem erzeugt. Im Fall von Udev muss die initiale RAM-Disk dafür einige Klimmzüge vollbringen.
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