Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 01/2003

Workstation-Grafikkarte ATI FireGL X1 im Test

Erste!

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Am 13. November hat ATI eine neue Grafikkarten-Generation mit FGL-9700-Chipsatz vorgestellt. Das Linux- Magazin hat exklusiv ein Vorserienmodell im Test unter Linux heiß laufen lassen.

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In den Datenblättern, die bereits Ende Juli veröffentlicht wurden, trumpft die ATI FireGL X1 mächtig auf: Der mit 325 MHz getaktete FGL-9700-Prozessor, eine Weiterentwicklung des Radeon 9700, besitzt acht parallele Pixel-Pipelines, vier Render-Einheiten, eine voll programmierbare Floating Point Pixel Unit, 256 MByte DDR-RAM, der über einen 256 Bit breiten Bus angebunden ist und Transferraten zwischen Grafikprozessor und Framebuffer bis zu 20 GByte/s verspricht. Die Karte soll zudem eine unbegrenzte Anzahl an Farben gleichzeitig darstellen können, um noch realistischere Darstellungen zu erlauben.

Anders als die Konkurrenz von 3Dlabs und nVidia kommt die FireGL X1 mit einem vergleichsweise kleinen und leisen Lüfter aus. Seine Geräusche fielen in dem Testrechner, einer HP Workstation X2100, jedenfalls kaum ins Gewicht. Bei dem Vorserienmodell, den Treiberentwickler Alexander Stohr von ATI mit ins Testlabor der Linux New Media brachte, handelt es sich bereits um das finale Platinen-Layout, Handverdrahtungen gibt es nicht mehr. Die Karte belegt mit dem Anschluss für die Stereobrille zwei Slots im Rechner.

Bremsklotz AGP 4x

Apropos Mainboard: Die FireGL X1 benötigt AGP 4x Pro-50 oder AGP 8x, was nur neuere Workstations bieten. AGP 4x Pro-50, mit dem das Testsystem ausgerüstet ist, bremst nach Einschätzung der ATI-Entwickler zudem die Leistung der Karte etwas aus. Mit AGP 8x könnte die FireGL X1 also noch höhere Werte erreichen als hier gemessen.

Der brandneue Linux-Treiber von ATI war ein später Release-Candidate des universellen Grafikkartentreibers für alle ATI-Modelle. Enthalten sind neben einem Installationsprogramm auch ein X-Frontend, über das sich etwa der Dual-Head-Betrieb einrichten lässt. Bei der Deinstallation des Treibers wurde unter Red Hat 8.0 auch zuverlässig die ursprüngliche X11-Konfiguration wieder hergestellt.

Diagramm 1: Spec Viewperf 6.1.2

Grafikpower pur

Die Leistung der ATI FireGL X1 ist im Bereich 3D-Konstruktion überragend. In der Spec Viewperf Suit 7.0 schlägt die FireGL X1 die Konkurrenz aus dem Test im Linux-Magazin 11/02 in allen Disziplinen, selbst bei der älteren Spec Viewperf Suit 6.1.2 kann ihr die nVidia Quadro-4 900XGL bei gerade mal drei Tests das Wasser reichen.

Dramatisch ist der Leistungszuwachs beim Design Review Viewset (DRV-07 und DRV-08) und Pro/Engineer Viewset (proe-01). Hier hängt die FireGL die versammelte Konkurrenz um Längen ab, beim Unigraphics Viewset (ugs-01) sogar überdeutlich mit fast 20 Frames pro Sekunde (FPS) gegenüber neun bei nVidias Flaggschiff. Der Vorsprung der X1 beim prestigeträchtigen ProCDRS Viewset (ProCDRS-03) beträgt immerhin noch über 60 Prozent im Vergleich zum schnellsten Chip von nVidia (Diagramme 1 und 2).

Diagramm 2: Spec Viewperf 7.0

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