X-Font-Server mit Sicherheitslücke

Über den Handler zweier Protokolle kann Schadcode in den X-Font-Server (XFS) eingeschleust werden. Linux-Systeme sind aber nur lokal angreifbar. Der X-Font-Server ist in der Default-Einstellung nicht von außen erreichbar.

Der Fehler (CVE-2007-4568) im Handler für Anfragen der Protokolle QueryXBitmap und QueryXExtents kann integer Overflows hervorrufen. Bei beiden Protokollen führt das zu einem Aufruf der Funktion “build_range()”, die einen 32-Bit-Integer von der Anfrage übernimmt und die Größe des dynamischen Speichers berechnet. Die Berechnung kann daraufhin überlaufen, was zu einer falschen Speicherreservierung führt. Das Ergebnis ist ein Heap Overflow. Eine zweite Schwachstelle betrifft die Funktion “swap_char2b()”. Ihr Aufruf ermöglicht dem Angreifer, eine beliebige Anzahl von Werten im Heap abzulegen. Die Nutzung der beschriebenen Sicherheitslücken kann zur Ausführung beliebigen Codes genutzt werden.

Die Sicherheitsexperten der Firma Idefense testeten ein Solarissystem. Solaris ruft XFS beim Start standardmäßig auf und lässt den X-Server am Port 7100 lauschen, womit hier also auch Remote-Angriffe möglich sind. Idefense ortete die Lücken in der XFS-Version X11R7.2-1.0.4. Frühere Versionen können auch betroffen sein.

Das X.org-Team behebt das Problem mit der neuen XFS-Version 1.0.5. Für die Version 1.0.4 (X11R7.3) liegt ein Patch bereit.

E-Mail Benachrichtigung
Benachrichtige mich zu:
0 Kommentare
Älteste
Neuste Beste Bewertung
Nach oben