W3C und WHATWG kooperieren bei HTML- und DOM-Standard

Die Web Hypertext Application Technology Working Group (WHATWG) und das World Wide Web Consortium (W3C) arbeiten künftig zusammen an den lebenden Standards für HTML und DOM.

Zunächst stellt sich die Frage, warum es überhaupt zwei Gruppen gibt, die an zwei HTML- und DOM-Standards arbeiten. Hintergrund war die Kritik an der Arbeit des von Tim Berners-Lee geführten W3C am HTML-Standard. Die ging nach Meinung der Browserhersteller Mozilla, Opera und Apple Anfang des neuen Jahrtausends zu langsam voran. Insbesondere Web Applications hätte das W3C zu wenig beachtet und die praktischen Bedürfnisse der damaligen Webentwickler häufig ignoriert.

In der Folge gründeten die drei Firmen die WHATWG, der inzwischen auch Microsoft und Google angehören. Letztere bildeten zusammen mit Mozilla und Apple 2017 eine Steering Group, die sich auf gemeinsame rechtliche Richtlinien und eine Leitungsstruktur für die WHATWG verständigte. Der Kontakt zum W3C brach allerdings nie ab. Die WHATWG reichte ihre Änderungen für Zustimmungen und Nachbesserungen beim W3C ein. Einige W3C-Mitglieder nahmen zudem an der offenen Mailingliste der WHATWG teil.

Zusammenarbeit vereinbart

Künftig arbeiten beide Organisationen gemeinsam am lebenden Standard für HTML und DOM. Die Details der Zusammenarbeit regelt laut einem Blogpost dabei ein Memorandum of Understanding. Demnach sollen beide in Zukunft an nur einem HTML- und DOM-Standard arbeiten. Die W3C-Mitglieder sollen in einer HTML Working Group arbeiten und dort Probleme und Lösungen für HTML und DOM besprechen. WHATWG will Probleme dann im eigenen Github-Repository beheben. Wird ein Issue von der WHATWG nicht nach dem Wunsch des Issue-Stellers gelöst, soll die HTML WG vermitteln.

Auch eine künftige Streitkultur berücksichtigt das Memorandum. Können sich beide Seiten in einer Sache nicht einigen, tritt der “Conflict Resolution”-Prozess aus Absatz 4 in Kraft. Darin versprechen beide Seiten, Konflikte einvernehmlich zu beheben. Zugleich entwickelt das Papier einen mehrstufigen Eskalationsplan an dessen Ende der Chef der W3C über strittige Fragen entscheidet. Weitere technische Details, etwa die Veröffentlichungsformen der Dokumente, regelt das Papier ebenfalls.

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