[Update] Lockdown von TP-Link-Routern?

Die Befürchtungen amerikanischer Mesh-Aktivisten, aber auch deutscher Freifunker, scheinen sich zu bewahrheiten: TP-Link soll zahlreiche Router gesperrt ausliefern. Sie lassen sich nicht mehr mit alternativer Firmware flashen, als Grund nannte ein Mitarbeiter die neuen FCC-Regeln. Eine offizielle Bestätigung steht noch aus.

Bislang ist es mehr ein Gerücht: Eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter des amerikanischen TP-Link-Kundensupport hat gegenüber einem Kunden bestätigt, dass TP-Link künftig die Router der Firma für alternative Firmware sperren möchte. Das sei den Neuregelungen der FCC geschuldet. Aktuell betroffen seien vor allem die Geräte der Archer-Reihe, aber auch der TL-WR841N V11, TL-WDR3500 V1, TL-WR940N V3.0, TL-WR1043ND V3.0, TL-WR710N(USA) sowie TL-WR841N V9.0.

Der Lockdown befeuert die Befürchtungen der Aktivisten, die schon länger gegen die neuen Regeln Front machen (Linux-Magazin berichtete). Zwar wies die amerikanische Regulierungsbehörde FCC stets darauf hin, dass die Regulierung nur einen Teilbereich der Router-Hardware betreffe. Die Aktivisten hatten aber davor gewarnt, dass die Routerhersteller aus Gründen der Einfachheit die kompletten Geräte mit Hilfe eines Schlüsselsystems für fremde Firmware sperren werden. Auf eine Mailingliste koordinieren sich die Kritiker und haben ihre Spendenkampagne aktualisiert. Auch Freifunk sei von dieser Regulierung betroffen, schreibt ein Freifunk-Mitarbeiter auf der Seite mit der Spendenkampagne.

Eine offizielle Bestätigung von TP-Link steht bislang noch aus. Auch unklar ist, ob das auch die nach Europa ausgelieferten Router betrifft. Wir aktualisieren die News, sollte TP-Link auf unsere Anfrage reagieren.

[Update, 19.02.]: TP-Link hat nun geantwortet und gibt Entwarnung. Die Firma habe keine Sicherheitsmechanismen implementiert, die Open-Source-Community könne weiterhin alternative Firmware entwickeln. Die länderspezifische Firmware verhalte sich gesetzeskonform und folge den jeweils vorherrschenden Funkrichtlinien, auf dem deutschen Markt seien die erlaubten Sendeleistungen und WLAN-Frequenzen ab sofort voreingestellt. Unter Umständen laufe ältere Firmware von Drittanbietern auf solchen Geräten nicht mehr.

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