In einem Brief haben sich zahlreiche Experten, darunter Linus Torvalds, an die FCC gewandt, um einen Alternativvorschlag zur geplanten Routerregulierung zu machen. Sie fordern die Firmware für Router prinzipiell zu öffnen. Sie befürchten, dass die neuen FCC-Regeln Drittanbietersoftware aussperren und den Nutzern legitime Kontrolle entziehen.
Das komplette Papier ist 14 Seiten lang, hinzu kommen 28 Seiten mit den Unterschriften. Einige sind prominent, darunter der “Miterfinder des Internet” Vinton Cerf, der ehemalige CTO der FCC David J. Farber, der Security-Experte Bruce Schneier und Linux-Kernel-Chef Linus Torvalds. Die restlichen Verfasser gehören zum Großteil zum Cero-WRT-Projekt, das Software gegen Bufferbloat entwickelt. Auch einige deutsche Bürger haben unterzeichnet.
Der Brief richtet sich gegen eine Notice of Proposed Rulemaking (NPRM) im ET Docket No. 15-170. Darin fordert die Regulierungsbehörde FCC Routerhersteller auf, ihre Geräte so anzupassen, dass keine Drittanbieter-Software darauf läuft, die störende Interferenzen verursacht. Ohne FCC-Segen dürfen Router in den USA nicht auf den Markt kommen. In ihrem Blog schreibt die FCC, die neuen Regeln würden sich nicht gegen Drittanbieter-Software per se richten, sondern gegen besagte Störungen. Als Beispiel nennt sie manipulierte 5-GHz-Geräte, die Doppler-Wetterradar-Systeme der Federal Aviation Administration (FAA) störten.
Das sehen Experten anders. Sie befürchten, die Regeln lassen sich als DRM für Router interpretieren (Linux-Magazin berichtete). Mit dem Brief haben sie nun im Rahmen des Verfahrens einen Gegenvorschlag eingereicht. Der sieht vor, dass die Hersteller der Geräte die Treiber und die Firmware dafür öffnen und den Quellcode ins Internet stellen. Der Anbieter müssten kontinuierliche Updates garantieren und innerhalb von 45 Tagen auf CVEs reagieren. Sichere Updates der Firmware soll es beim Ausliefern der Geräte geben, die ultimative Kontrolle solle beim Nutzer der Hardware liegen. Verstoße ein Hersteller gegen diese Auflagen, könne die FCC Zertifikate zurückziehen und in ernsten Fällen die Zulassung neuer Geräte verweigern. Nicht zuletzt fordert der Brief die FCC dazu auf, Regeln zu überprüfen, aufgrund derer Anbieter glauben, Mechanismen ihrer Geräte verstecken zu müssen.
Zwar betreffen die Regeln der FCC offiziell nur die USA, doch einmal umgesetzt, könnten solche zugriffsbeschränkten Geräte auch in Europa landen.






