
Hier ist das Hugo/RT-Tool von der LMU München zu sehen, das UML-Modelle zum Beispiel zur Weiterverarbeitung für einen System-Checker wie Spin transformiert.
Die Partner des EU-Projekts Sensoria erarbeiten eine Software-Entwicklungsumgebung (IDE) für Service-orientated Architecture (SOA), die zur Prozesskontrolle auf mathematische Modelle setzt. Die Uni München ist Projekt-Koordinator und stellte die IDE auf der Systems vor.
Das Java-basierte Sensoria Development Environment besteht aus einer CASE-Tool-Integrationsplattform (Sensoria CASE-Tool, SCT) mit eigenen Modulen zur Modellierung, Transformation, Analyse und Anwendung Service-orientierter Software-Architekturen. Es ist als Eclipse-Erweiterung realisiert. Die einzelnen Plugins des SCT entwickeln zum Teil die Projektpartner, zum Teil werden Open-Source-Tools verwendet, zum Beispiel Argo-UML zur Prozessmodellierung oder Spin zum Überprüfen des Software-Designs. Um das CASE-Tools zu nutzen, müssen die Version 1.6 des Java Development Kits (JDK) und Version 3.3 des Eclipse-Frameworks auf dem System vorhanden sein.

Hier ist das Hugo/RT-Tool von der LMU München zu sehen, das UML-Modelle zum Beispiel zur Weiterverarbeitung für einen System-Checker wie Spin transformiert.
Die Ludwig-Maximilian-Universität München, die das CASE-Tool auf der Systems vorstellte, war Mitinitiatorin des Projekts und koordiniert es heute. Philip Mayer ist Entwickler und Verantwortlicher des SCT am Institut für Informatik. Im Gespräch mit Linux-Magazin Online erläutert Mayer als neue Besonderheit der Entwicklungsumgebung, dass sie zur Prozesskontrolle sowie zur Modelltransformation mathematische Verfahren einsetzt, mit denen der Entwickler nicht in Berührung kommen muss. “Wir hatten festgestellt, dass im SOA-Bereich viel ad-hoc gemacht wird”, berichtet der Doktorand. “Es gibt zwar Standards, aber es sind zu viele, und sie widersprechen sich zum Teil”, so Mayer weiter. Es fehlten Grundsätze oder Begriffe, mit denen Abläufe beschrieben oder kontrolliert werden können. Im Bereich Security könne zum Beispiel kaum verifiziert werden, dass etwa übermittelte Kreditkartendaten nur den Bestimmungsort erreichen. Als weiteres Beispiel nennt Mayer den Bereich Performance, wo kaum Analysen gemacht würden, ob zwei Prozesse sich etwa gegenseitig blockieren. “Um Prozesse prüfen zu können, braucht man Beschreibungsverfahren – zum Beispiel mathematische Modelle.”

Das Sensoria CASE-Tool ist eine Erweiterung von Eclipse. Der Sensoria-Browser listet nach Kategorien geordnet die zur Verfügung stehenden Tools.
Unter den 19 Partnern des EU-Projekts Sensoria sind 15 Universitäten und 4 Firmen aus ganz Europa. Philip Mayer hob die die Zusammenarbeit mit Firmen positiv hervor, weil so konkrete Szenarien vorhanden sind, anhand derer insbesondere die mathematischen Ideen ihren Wert für die Praxis unter Beweis stellen können (Case Studies). Das Projekt begann im September 2005 und läuft noch weitere zwei Jahre.
Das SCT kann ausgehend von der Projektseite der Uni München heruntergeladen werden. Als Lizenz des SCT nannte Philip Mayer die Eclipse Public Licence. Auf der Projektseite gibt es in englischer Sprache auch eine Übersicht über die integrierten Tools sowie ein Technical Report (PDF, 1,4 MByte).



